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Lebensraum und soziale Entfremdung

Ein Beitrag zum Raum-Zeit-Mensch-Verhältnis in seiner Bedeutung für kulturelle Identität, dargestellt am Typ «Gartenwirtschaft» in der Oase Brezina, Algerien

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Johannes Esser

Böden und ländliche Räume werden jedesmal dann Wüstungsvorgängen ausgeliefert, wenn zwischenmenschliche Beziehungen nicht mehr von der Zugehörigkeit zum eigenen Raum getragen werden. Allgemeine Ziel- und Wertvorstellungen verdrängen die landbewirtschaftende Bevölkerung auch in Steppe und Oase aus der Verantwortung, kultivierbaren Boden zu erhalten und das Gesellschaftsleben an Ort und Stelle zu gestalten. So verliert der landwirtschaftliche Arbeitsprozess seine Einheit als Wertschaffung und soziale Aufbaufunktion. Letztere wird zunehmend verstaatlicht, während nicht-landwirt- schaftliche Arbeitsprozesse weitgehend die örtliche Wertschaffung tragen. Örtliches Kulturgeschehen schrumpft dann zu einer Gesellschaftsfunktion zusammen.
Aus dem Inhalt: U.a. Boden und Raum als Erfahrungshorizont - Die richtige Verfasstheit der Raum-Mensch-Beziehung und vorgefasste Wertinhalte - Vielfalt und Systematisierung von Wertvorstellungen - Die Raum-Zeit-Abhängigkeit als Mass der Überschaubarkeit und der Eigenverantwortung.