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Die Bibliothek im Umbruch

Studien aus zwei Jahrzehnten

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Günther Pflug

Zwanzig Jahre Bibliotheksentwicklung - eine kurze Zeitspanne in der mehr als tausendjährigen Geschichte der Bibliotheken. Doch stellen die letzten zwanzig Jahre eine besonders fruchtbare Zeit in dieser Entwicklung dar. Strukturen, die in zwei Jahrhunderten bei der Herausbildung moderner Bibliotheken entstanden sind, wurden zu Beginn der sechziger Jahre dieses Jahrhunderts in Frage gestellt. Von der weltweiten Bewegung, in die zu dieser Zeit die Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen geraten waren, wurden auch die Bibliotheken mitgerissen. Eine Neubestimmung des öffentlichen Bildungsauftrags der Universitäten konnte nicht ohne Einfluss auf die Standortbe- stimmung der Bibliotheken bleiben. Dieser Mutationsprozess lief nicht ohne schmerzliche Brüche, ohne Aufgabe bewährter und vertrauter Strukturen und Institutionen ab. In der ersten Hälfte der sechziger Jahre wurde auf fast allen Gebieten des Bibliothekswesens geplant, es wurden Fundamente für ein neues Konzept gelegt. Die folgenden Jahre zeigten, dass die Wandlungen in der Bildungsplanung, in der Informationspolitik, in der technischen Welt oft die vor wenigen Jahren formulierten Planungsziele überholt hatten, so dass sich die Bibliothekare in diesen Aufbau- und Umbruchjahren immer wieder vor neue Aufgaben gestellt sahen, auf die sie reagieren, die sie in ihre Konzepte einbeziehen mussten. Heute hat sich die Heftigkeit dieser Bewegung deutlich abgeschwächt: der grosse Bildungsimpetus ist schwächer geworden, die Informationsströme haben neue, zusätzliche Kanäle gefunden, die technische Entwicklung ist überschaubarer. Damit hat auch die Bibliotheksentwicklung einen ruhigeren Fluss angenommen. So scheint es an der Zeit, sich dieser Periode rückschauend zu versichern. Vielleicht ist die Zeit für eine retrospektive Darstellung noch verfrüht. Eine Sammlung von Dokumenten erscheint jedoch lohnend, da sie über ihren Informationswert hinaus etwas von der Spontaneität dieser Jahre vermitteln kann. Im Vordergrund steht natürlich die Einführung der elektronischen Datenverarbeitung in die Bibliotheken bis hin zu der durch sie mit initiierten Bildung von Verbundsystemen und Informationsnetzen. Doch enthält der Band auch Beiträge zu Fragen bibliothekarischer Ausbildung, des Bibliotheksbaues und der Bibliothekstheorie. So bietet dieser Band - wenn auch aus der Sicht eines einzelnen Autors - ein breites Bild moderner Bibliotheksentwicklung.
Aus dem Inhalt: Bibliotheksautomatisierung - Bildung von Bibliotheksverbundsystemen - Informationsbanken und Retrieval - Struktur und Baufragen der Bibliotheken - Bibliothekswissenschaft.