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Das Experiment der «première éducation sentimentale»

Zur Künstler-Bürger-Problematik und zur Genese des modernen Künstlers bei Gustave Flaubert

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Ingetraud Wild

Flauberts «première Education sentimentale» von 1845 wird als Dokument einer persönlichen und literarischen Krise gedeutet. Das traditionelle literarische Motiv der Personenkontrastierung - hier Künstler und Bürger - dient dem jungen Flaubert dazu, die eigenen Zukunftsmöglichkeiten literarisch in Szene zu setzen. In der zunehmenden Identifizierung mit der Figur des Künstlers trifft er die Entscheidung über seinen eigenen Lebensplan; in Auseinandersetzung mit der literarischen und ästhetischen Diskussion seiner Zeit, v.a. in kritischer Absetzung von der Romantik, entwickelt er dabei seine künstlerische Programmatik in ihren Grundzügen. Flaubert leistet damit in diesem Roman die gedankliche Vorarbeit für die ästhetische Fundierung seines neuen bürgerlich-realistischen Romans.
Aus dem Inhalt: U.a. Bourgeois und Literatur - Negativbild des Bourgeois - Trennung von Kunst und Leben - Romantikkritik und romantisches Erbe - Der Künstler ohne Publikum - Realismus und die Wendung zur Moderne.