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Soziale Angst

Konservative Reaktionen auf liberale Reformpolitik in Russland unter Alexander II. (1855-1866)

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Friedrich Diestelmeier

Die Studie analysiert am russischen Beispiel das Krisenbewusstsein adliger Grundbesitzer angesichts forcierten gesellschaftlichen Wandels: Nach dem Krimkrieg versuchte die zaristische Regierung durch innere Reformen (Aufhebung der Leibeigenschaft 1861) das Land aus seiner Rückständigkeit herauszuführen; grosse Teile des Adels reagierten mit Zukunftsangst und Revolutionsfurcht - Einstellungen, die auch den entstehenden politischen Konservatismus mitgeprägt haben. Die Arbeit, die u.a. sowjetisches Archivmaterial auswertet, leistet einen Beitrag zur Sozialgeschichte Russlands; indem sie die russische Entwicklung vergleichenden Fragestellungen zugänglich macht, gibt sie zugleich der allgemeinen Konservatismusforschung neue Anstösse.
Aus dem Inhalt: Voraussetzungen für einen russischen Konservatismus - Inhalte des Krisenbewusstseins (Autoritätskrise, Ökonomische Ängste, Identitätskrise des ersten Standes, Revolutionsfurcht) - Konservatismus und Öffentlichkeit.