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Moralistik und Zeitschriftenliteratur im frühen 18. Jahrhundert

Van Effens und Marivaux' Beitrag zur Entwicklung des frühaufklärerischen Menschenbildes

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Wilhelm Graeber

Die von Richard Steele und Joseph Addison begründete literarische Form der moralischen Wochenschrift wurde im 18. Jahrhundert in ganz Europa nachgeahmt. Die vorliegende Arbeit untersucht den ersten ausserbritischen Nachfolger, Van Effens «Misantrope», und die erste Wochenschrift in Frankreich, Marivaux' «Spectacteur français». Nach einem typologischen Vergleich mit den englischen Vorbildern werden die beiden Periodika in der Tradition der französischen Moralistik gedeutet, und es soll gefragt werden, wie diese frühaufklärerischen Texte die menschenkundliche Literatur eines La Rochefoucauld und La Bruyère zwar fortführen, zugleich aber ein im Wandel befindliches Menschenbild zum Ausdruck bringen, das den moralischen Pessimismus des «grand siècle» überwindet.
Aus dem Inhalt: Die erste kontinentale Wochenschrift: Van Effens «Misantrope» - Schein und Sein. Der Moralist als Enthüllungspsychologe - Der Dualismus von Verstand und Gefühl. Zur Periodisierung der Empfindsamkeit.