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Gestalt und Rolle der Mutter im Roman des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts

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Johannes Toth

Die vorliegende Studie gehört in den grösseren Zusammenhang der vielfach diskutierten Frage nach der Rolle der Frau in der Literatur; ihr Thema ist Präsentation und Bedeutung der Mutter und des Mütterlichen in überwiegend, aber nicht ausschliesslich von männlichen Autoren gestalteten Texten.
Der Verfasser verzichtet auf präkonzipierte Festlegungen normativer Art; er will vielmehr zu einem differenzierten Verständnis der Frau als Mutter in der deutschen Romanliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts beitragen, indem er die besondere Auffassung der Frau als Mutter anhand von exemplarischen Werken namhafter Autoren zu analysieren versucht. Die materialreichen Detailuntersuchungen verdanken der «narrativen Ethik» wichtige Anregungen. Als Ergebnis bietet sich ein interessanter Ausblick auf Verfallssymptome innerhalb der Familie und Gesellschaft: einen zunehmenden Verlust ethischer Norm-Vorstellungen und einen Rollenwandel (Dekadenzerscheinungen) in bezug auf die Konzeption der Mutterfiguren.
Aus dem Inhalt: Frauen und Mütter im Spannungsfeld von Tradition und Fortschritt - Ursachen und Folgen pejorativer Entwicklungstendenzen - Rolle der Frauen und Mütter im Verfallsprozess der Familie - Rückbesinnung auf die Mutter und wachsende Sehnsucht nach dem Ur-Mütterlichen - Radikales Schwinden der Achtung vor Frauen und Müttern - Hanno Buddenbrook und die Sixtinische Madonna - Das Motiv des Einhorns - Konturen eines neuen Frauenbildes.