Show Less
Restricted access

Die «schöne Seele» und ihre «sittliche Wirklichkeit»

Überlegungen zum Verhältnis von Kunst und Staat bei Hegel

Series:

Hegels enzyklopädische Philosophie bezieht ästhetische Politik und politische Ästhetik aufeinander: die Kunst wird politisch, indem sie sich an der Transformation der vorbürgerlichen Gesellschaftsformen in die Moderne beteiligt. Ihr Resultat ist die Herausbildung der modernen Subjektivität, wie sie sich für Hegel in der vollendeten Gestalt des Staates der Rechtsphilosophie artikuliert. Der von Hegel konzipierte selbstbewusste Staat der Sittlichkeit ist allerdings selbst ästhetisches Produkt einer harmonisierenden Weltsicht; der Staat Hegels - wie er ihn als objektives Ergebnis der sich entwickelnden Idee festhält - ist in seinem Bild des «Organismus» selbst ein Kunstwerk. Der Hegelsche Staatsbegriff erweist sich somit paradoxerweise als die Vollendung des frühromantischen Mythologiekonzepts, dessen subjektivistischen Anspruch Hegel kritisieren will.
Aus dem Inhalt: Der Versöhnungsanspruch der «Volksreligion» - Das Programm einer «Mythologie» - Hegels Kritik an der romantisch-künstlerischen Subjektivität - Der Beitrag der Kunst zur Herausbildung der modernen Subjektivität - Die Aufhebung der «schönen Individualität» im «sittlichen Staat» Hegels - Das Bild des Mittelalters.