Show Less
Restricted access

Der Staat und das Drama

Der Preussische Schillerpreis 1859-1918. Eine Untersuchung zum literarischen Leben im Königreich Preussen und im deutschen Kaiserreich

Series:

Wolfgang Sowa

In der Literaturgeschichtsschreibung fand die kulturhistorische und literarsoziologische Novität des Preussischen Schillerpreises bisher keine angemessene Darstellung. Die Untersuchung ist somit ein wichtiger und erstmaliger Beitrag zur Institutionsgeschichte literarischen Lebens. Der im Schillerjubiläums-Jahr 1859 gestiftete erste deutsche Staatspreis für dramatische Literatur entwickelte vor dem Hintergrund positiver, durch Belohnung sanktionierender Zensur erstmals die Grundprobleme staatlicher Kulturförderung im Spannungsfeld literarischer Wertung und künstlerischer Anpassung. Als Wegbegleiter der Epoche des deutschen Dramas vom poetischen Realismus über Klassizismus, Naturalismus bis hin zu Heimatkunst und Expressionismus kommt dem Schillerpreis eine wichtige Indikatorfunktion für die Beschreibung des offiziellen literarischen Geschmacks an der Wende des 19. Jahrhunderts zu. Tiefpunkte der Geschichte des Preises waren die skandalösen Verweigerungen für Richard Voss, Gerhart Hauptmann, Hermann Sudermann und Ludwig Fulda unter Wilhelm II. Von hohem ablösbarem Erkenntniswert ist als methodischer Bestandteil der Monographie der umfangreiche Dokumentarteil.
Aus dem Inhalt: U.a. Historisches Umfeld der Stiftung - Stiftungsmotive - Institutionalisierung des Dichterruhms im literarischen Leben - Kulturstaatliche Motive - Soziale Stellung dramatischer Autoren und Organisation des Bühnenwesens - Die Preisverleihung und der literarische Geschmack - Wilhelm II. und die Künste - Die Konfliktfälle Voss, Sudermann, Fulda und Hauptmann.