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Das ekklesiologische Denken Johann Sebastian Dreys

Ein Beitrag zur Theologiegeschichte des 19. Jahrhunderts

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Raimund Lachner

Die Turbulenzen der Zeit-, Kirchen- und Geistesgeschichte Deutschlands vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts sind von dem ekklesiologischen Denken des Begründers der Katholischen Tübinger Schule nicht wegzudenken. Ohne in eine kurzsichtige kirchliche Tagespolitik zu verfallen, zeigt sich Johann Sebastian Drey darum bemüht, klassische kirchentheologische Fragen vor dem Hintergrund der vielfältigen zeitgenössischen Umbrüche und Spannungen - zwischen Säkularisation und katholischkirchlicher Restauration, zwischen episkopalistischen und ultramontanistischen Strömungen, zwischen Aufklärung, Romantik und Deutschem Idealismus, zwischen Deismus und Theismus - neu zu stellen und neu zu beantworten. Indem er der Kirche als der sichtbaren Realobjektivation der Reich-Gottes-Idee eine notwendige Funktion in Geschichte, Offenbarung und Überlieferung zumisst, befreit er sie aus ihrer undankbaren Rolle eines bloss äusserlich-zufälligen Appendix des Christentums und lässt sie neu zur Geltung kommen als dessen innerlich-notwendiges Realprinzip. Da so die Ekklesiologie zum Brennpunkt der gesamten Theologie wird, ist die vorliegende Untersuchung zugleich eine Einleitung in die Gesamttheologie Johann Sebastian Dreys.
Aus dem Inhalt: U.a. Philosophisch-theologische Grundlegung der Ekklesiologie Dreys - Die christologische Kausalität der Kirche - Die notae ecclesiae - Die dreidimensionale Ämterstruktur der Kirche - Die kirchliche Hierarchie zwischen Episkopalismus und Ultramontanismus - Das Verhältnis von Kirche und Staat - Unvergänglichkeit und Unfehlbarkeit der Kirche.