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«Pyrrhonismus historicus» und «fides historica»

Die Entwicklung der deutschen historischen Methodologie unter dem Gesichtspunkt der historischen Skepsis

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Markus Völkel

Ziel dieser Arbeit ist es, die Literatur des «historischen Pyrrhonismus», wie sie in Deutschland im Zeitraum von 1670-1790 entstanden ist, zu erfassen und zu interpretieren. Anhand einer Kohärenztheorie historischen Argumentierens zeigt die Untersuchung, wie das traditionelle rhetorische Modell der Historie selbst schon zwischen den Polen Skepsis und kommunikative Begründung angesiedelt ist. Die an die rhetorischen Traktate anschliessende Literatur des «historischen Pyrrhonismus» stellt weit weniger als bisher angenommen den radikalen Zweifel an der Möglichkeit historischer Wahrheit dar. Sie erscheint vielmehr als der Versuch, auf dem Weg der Skepsis neue materiale und logische Kriterien in die herkömmliche Methode zu integrieren. Am Ende des 18. Jahrhunderts beweisen Kritik und pragmatischer Wissensanspruch, wie sehr die historische Methode ihr erstmals funktionsfähiges Netz von Kriterien der Skepsis verdankt.
Aus dem Inhalt: U.a. Geschichte als kohärentes Netz - Vorgeschichte des «historischen Pyrrhonismus»: Rhetorik-Wahrscheinlichkeit-Skepsis und die Kohärenz - Hauptautoren eines «deutschen historischen Pyrrhonismus» - Die Integration der Skepsis in die historische Methode.