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Die Dada-Internationale

Der Dadaismus in Berlin und der Modernismus in Brasilien

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Norval Baitello jun.

Der Berliner Dadaismus lässt sich nicht aus einer einzigen Perspektive enträtseln. Allein die Vielfalt seiner Aktivitäten verlangt verschiedene Ansätze. Die politischen Aktionen, die Dada-Werbung und die scheinbar chaotische Typographie, der Bezug zu den psychoanalytischen Erkenntnissen und die erkenntnistheoretischen Überlegungen in den Schriften der Dadaisten werden aus der Perspektive von der «Dada-Internationale», der «Propagandada», der «Dadanalyse» und der «Dadasophie» analysiert. Das Grundprinzip der dadaistischen Unordnung und Vielseitigkeit gebietet die Notwendigkeit der Verarbeitung avantgardistischer Kunst-Sprachen. Strukturell ähnliches geschieht in Sao Paulo, Brasilien: zur gleichen Zeit praktizieren die modernistischen Künstler die Demolition der Grundsätze einer kolonialen Kulturgeschichte, indem sie sich regressiv zu den Verfahren der primitiven brasilianischen Stämme bekennen: «Menschenfresserei» hiess eine der Phasen der modernistischen Bewegung, die eindeutig auf die Verarbeitung der kulturellen Überlieferung verweist.
Aus dem Inhalt: Die Dada-Internationale: Anti-Politik, metaphysische oder Metapolitik? - Die Propagandada, die Dadanalyse und die Dadasophie - Das Wiederkäuen der historischen Avantgarde - Die «Menschenfresserei»: das Verspeisen der brasilianischen Kulturgeschichte.