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Bildungserlebnis und ökonomische Bürde

Franz Mehrings historische Strategie einer Kultur des Proletariats

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Peter Kiefer

Dass unter den Waffen die Musen schweigen und daher die Arbeiterbewegung vor dem Erreichen ihrer politischen Endziele keine eigenständige Kulturproduktion anstreben dürfe, ist in der deutschen Sozialdemokratie der wilhelminischen Ära, nicht zuletzt unter den radikalen Linken, «Lehrmeinung». Franz Mehring, einer ihrer namhaften Vertreter, begründet als Ausgleich dieses Mangels die kritische Rezeption von Werken der bürgerlich-klassischen Literatur. Über die zu deren Beurteilung bereitgestellten Wertmasstäbe entwickelt sich der ästhetische Erzieher in der Partei zur besonderen Instanz, die sich intern einer revolutionären Kontrolle entzieht und - im Entwurf einer «proletarischen» Kulturstrategie - nur sich selbst realisiert und erhält.
Aus dem Inhalt: Mehring-Rezeption als politische Standortbestimmung - Der Intellektuelle und die Krise - Mehrings politische Topographie der geistig-ästhetischen Kultur - Kulturtheorien im Umkreis des politischen Revisionismus.