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Internationales Privatrecht, Ethik und Politik

Betrachtungen zur Reform des internationalen Privatrechts am Beispiel der Anerkennungsprognose als Zuständigkeitsvoraussetzung im internationalen Eherecht - Teil I/Teil II

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Johannes Dessauer

Stellt das klassische Kollisionsrecht, das in der gegenwärtigen Reformdiskussion dominiert, einen nur schwer legitimierbaren, reduktiven Artefakt dar? Der Autor geht dieser Frage im Grenzbereich zwischen internationalem Privatrecht und internationalem Zivilprozessrecht auf den Grund; als symbolhaftes Beispiel für die Nöte der klassischen Theorie dient dabei das Rechtsinstitut der Anerkennungsprognose als Zuständigkeitsvoraussetzung im internationalen Eherecht, das als Zweckprogramm und juristische Folgenprognose den klassischen Erfahrungshorizont sprengt und dessen Grenzen aufzeigt. Dabei wird - veranschaulicht durch Beispielsfälle insbesondere aus dem deutsch-italienischen Rechtsverkehr - deutlich, in welche Richtung sich eine nicht-reduktive Dogmatik und Methodik im internationalen Privatrecht zu entwickeln hätten.
Aus dem Inhalt: Prolegomena - Die Anerkennungsprognose als «causa» juristischer Mythen - Rückblick. Zur Entstehung und Deutung von 606b Ziff. 1 ZPO - Thesen. Ein heuristisches Modell: Die pleromatische Perspektive - Leitlinien. Zur Reform im und am Paradigma - Einsichten. Zum Geist der IPR-Reform und zur Kritik der Reformvorschläge - Deutungen. Zu Ursprung und Sinn kollisionsrechtlicher Mythen.