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Fürchte dich nicht

Ein exegetischer Zugang zum Seelsorgepotential einer deuterojesajanischen Gattung

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Werner Grimm

In seinen Fürchte-dich-nicht-Worten ist Deuterojesaja eine ganzheitliche Schau der im exilischen Israel virulenten Ängste gelungen. Eine auffallende Symmetrie in der Anordnung der fünf Stücke mit dem Leitmotiv «Fürchte dich nicht» verlangt nach Interpretation: Den beiden am «Kriegsorakel» orientierten Prophetenworten 41,8-13 und 41,14-16 an die Mannen Israels korrespondiert auf dem anderen Flügel das grosse Fürchte-dich-nicht-Lied, das sich an die Frau Zion wendet (Jes. 54). Die Achse bilden 43,1-7 und 44,1-5: Sie erneuern die alten Verheissungen, die einst Jakob, der Urahn, für die Familie Israel empfangen hat. Ermächtigt, die Ängste der Exilanten systematisch zu bekämpfen, ruft Dtjes nicht nur die heiligen Traditionen Israels auf, sondern lässt auch Urbilder der Seele wirken.
In der Verkündigung Jesu kommen sie erneut zur Sprache, und heute noch entfalten sie - in typischen Angstsituationen - heilende Kraft.