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Studien zu Max Klingers graphischem Zyklus «Paraphrase über den Fund eines Handschuhs» (1878-1881)

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Christiane Hertel

Einen «modernen Romantiker» nannte Giorgio de Chirico bewundernd Max Klinger aufgrund des «Handschuh-Zyklus». Motivgeschichtliche Studien zur in ihm tradierten Ikonographie sowie zu betont zeitgenössischen Bildgegenständen in wechselwirksamer Verflechtung miteinander eröffnen das Verständnis dafür, wie gerade die kritische bildmässige Auseinandersetzung mit der deutschen Frühromantik und ihrem Renaissancebegriff Klinger zur Gestaltung eines modernen «Liebeskampftraums» bewegte. Die Nachzeichnung von Klingers Begegnung mit dem Brüsseler Symbolismus, ein Vergleich seiner Schriften mit Friedrich Th.Vischers «Aesthetik des Komischen» und die Erörterung der zyklischen Traumform bis zum Surrealismus geben innere und formale Anspannung des Kunstwerks, aber auch den Anspruch dieser künstlerischen Standortsuche zu erkennen.
Aus dem Inhalt: Motivgeschichte des Handschuhs - Der «Handschuh»-Zyklus als komischer Schiffbruch: F.Th. Vischers «Aesthetik des Komischen» instrumentalisiert zur Verständnishilfe von Klingers Stilhaltung - Klinger und der belgische Symbolismus - Der «Handschuh» als im Bild-Zyklus erzählter Traum - Die Gestaltung des Verhältnisses zur Kunsttradition im «Handschuh»-Zyklus.