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Dialogsteuerung und Handlungsmotivierung in Chaucers Troilus and Criseyde

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Gabriele Müller-Oberhäuser

Der Dialog prägt besonders in der Form des Motivgesprächs Chaucers Troilus (ca. 1385). Auf der Grundlage eines human- und literaturwissenschaftlichen Analysemodells zu Dialog, Handlung und Motiv in narrativ-fiktionalen Texten können die Dialoge in Chaucers Troilus beschrieben und im Hinblick auf ihre Funktionalität für den Gesamttext (plot-Aufbau, Charakterisierung) bestimmt werden. Im Rückgriff auf die (re-konstruierten) gesellschaftlichen wie ästhetischen Rahmenbedingungen literarischer Kommunikation zur Zeit Chaucers kann die dialogisch-polyperspektivische Vermittlung von Handlungsmotiven der Figuren im Handlungsmodell 'Liebe' als Ausweis des Umgangs Chaucers mit einem ihm problematischen Stoff gelten, darüber hinaus aber als wichtige rezeptionssteuernde Kategorie des Textes, durch die das Verstehen und Bewerten fremden Handelns - damals wie heute - komplexitätserhöhend gelenkt wird.
Aus dem Inhalt: Dialog, Handlung, Motiv/Motivierung in narrativ-fiktionalen Texten - Das Motivgespräch - Strukturen und Funktionen der Dialoge in Chaucers Troilus - Soziologische und literarästhetische Interpretation.