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Das Böse als Krankheit

Entwurf einer neuen Ethik im Werk von Ernst Weiss

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Der Zeitraum von 1918 bis 1933 ist eine der fruchtbarsten Epochen der deutschen Literaturgeschichte gewesen. Auch der aus dem Prager Kreis stammende Ernst Weiss veröffentlicht in diesen Jahren seine bedeutendsten Arbeiten. Vor dem Hintergrund der Weltkriegserfahrung und der Nietzsche'schen Nihilismusanalyse entwickelt er in den Essays und Romanen der 20er Jahre die Konzeption eines «neuen Menschen» und einer «neuen Ethik». Dieser Entwurf trägt zum einen die Spuren von Weiss' Auseinandersetzung mit chinesischer Philosophie, die ihn - wie Hesse, Döblin oder Brecht - faszinierte. Darüber hinaus ist es vor allem die sehr kritisch rezipierte Psychoanalyse Sigmund Freuds, die den Arbeiten der 20er Jahre inhaltlich wie formal das entscheidende Gepräge gibt. Literaturgeschichtlich rückt Ernst Weiss mit seiner zentralen Themenstellung und mit seiner Kritik an westlichem Geist und europäischer Zivilisation in die Nähe von Autoren wie Döblin, Musil oder Broch.
Aus dem Inhalt: U.a. Ernst Weiss und die Anfänge seines literarischen Schaffens - Der abendländische Mensch, die östliche Philosophie und die Psychoanalyse: Das Zeugnis der essayistischen Texte - Die zwei Fassungen des Romans «Die Feuerprobe» (1923/1929) - «Georg Letham. Arzt und Mörder» - Der «neue Mensch» und seine Ethik.