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Wertungskriterien in Heinrich Heines «Die Romantische Schule»

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Brigitte Selzer

Als zentrale Ideologie der romantischen Schule erkennt Heine ihren restaurativen Charakter, der sich im Zusammenhang des Metternich'schen Deutschland vor allem durch ihre Hinwendung zum Katholizismus ausdrückt. Damit unterstützten sie die politisch rückschrittliche Union von Kirche und Staat während der Restaurationszeit.
Weil sie im wesentlichen ältere Formen der Literatur, vor allem die katholisch-mittelalterliche als Vorbild verwenden, neigen die Romantiker zur Epigonalität: Nachahmung und Nachbildung bedeuten, weil nicht auf die Gegenwart bezogen, einen Mangel an Originalität.
Sie sind daher auch in ihrer literarischen Form unrealistisch, unplastisch und spiritualistisch; aus diesem Grunde hat sich auch das breite Publikum von den Romantikern abgewandt.
Heines Auseinandersetzung mit der romantischen Schule ist somit eine der ersten ideologiekritischen und soziologischen Darstellungen der Literatur, und als solche auch mit den Schwächen behaftet, die solch einer Pionierleistung fast immer anhaften.
Aus dem Inhalt: «Das Ende der Kunstperiode» - Spiritualismus/Sensualismus: Heines Typologie der Weltanschauungen - Fehlende philosophische Grundlage als negatives Wertkriterium - Politische Dimensionen - Heines historisch relativierende Wertung.