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Tafelfreud und Liebesleid in der Bourgeoisie

«Essen und Trinken» bei Balzac, Flaubert und Zola

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Jutta Klose

Die motivgeschichtlich orientierte Arbeit zeigt am Beispiel von sechs Romanen des Realismus bzw. Naturalismus, wie ergiebig das Thema der fiktionalen Mahlzeit ist. Auf der Grundlage von Werkimmanenz werden vor allem tiefen- und sozialpsychologische Erklärungsmodelle aufgegriffen. So wird Feinschmeckerei als Ersatzbefriedigung gedeutet, während ein Festessen der schichtenspezifischen Repräsentation dienen kann. Kenntnisse über anthropologische und historische Bedeutungen von z.B. Speisen, Tischsitten fliessen mit ein. Die Literarisierung des Motivs der Nahrungsaufnahme ist bei Flaubert so durchgeführt, dass es als autonomes Stilmittel u.a. die Entlarvung und Ironisierung bürgerlicher Essensmythen betreibt.
Aus dem Inhalt: Das Motiv «Essen und Trinken» als Handlungskonstituente - Zur Charakterisierung der Personen: Nahrungsverweigerung als Metapher für Lebensekel - Der institutionalisierte Kannibalismus.