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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium-Lausanne 1987

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Werner Stauffacher

Der in der neueren Döblinforschung spürbaren Tendenz entsprechend, das Spätwerk Alfred Döblins aufzuwerten, kreisen die Referate des 6. Internationalen Alfred Döblin-Kolloquiums von Lausanne (1987) um die Probleme von Döblins Exildasein und Exilschaffen. Dabei kommen sowohl biographische wie interpretatorische Ansätze zur Geltung: einerseits die Irrfahrt durch Frankreich im Sommer 1940 und die Fragen um Döblins Konversion - Kontinuität oder Diskontinuität? -, andererseits die grossen Exilromane - Babylonische Wanderung, Amazonas, November 1918 bis hin zu Hamlet - sowie der merkwürdige, aber nicht erratische Ausflug des Autors in ostasiatische Gefilde mit seiner (zuerst englisch erschienenen) Zusammenstellung zentraler konfuzianischer Überlieferung. Von besonderem methodologischen Interesse sind die Arbeiten über die spezifische Bildlichkeit im Neuen Urwald, über das «innere Figurenmilieu» von November 1918 und über das Miteinander von analytischer und synthetischer Erzählweise in Hamlet. Ein aufschlussreiches Beispiel zu Döblins dokumentarischer Arbeitsweise rundet den Band ab.