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Tiere als Chiffre

Natur und Kunstfigur in den Novellen Theodor Storms

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Ingrid Arnold-Schuster

In dieser Studie wird eine Erzähltechnik Storms aufgezeigt, die bisher unbeachtet geblieben war: Tiere fungieren nicht nur als Teile und Repräsentanten der natürlichen Umwelt, sondern stehen zu Charakter und Lebensweg der Hauptpersonen in einer ganz besonderen, bedeutungsvollen Beziehung. Storm ging von einer elementaren Gleichwertigkeit und Schicksalsverbundenheit des menschlichen und tierischen Lebens aus; in allen Erzählungen mit Tieren verweisen diese Tiere auf menschliche Eigenheiten und Verhaltensformen. Unbequeme Wahrheiten über biologische, gesellschaftliche und politische Lebensbedingungen des Menschen konnten so in chiffrierter Form – poetisch verhüllt – dargestellt werden.
Die Autorin interpretiert rund die Hälfte der Novellen Storms neu. Die Analyse der Tiere erschliesst eine zusätzliche Dimension der Novellen und führt im Fall von Immensee, Zur Chronik von Grieshuus und Der Schimmelreiter zu einer grundsätzlichen Neueinschätzung dieser Werke Storms.
Aus dem Inhalt: Chiffriertes Erzählen: Tiere als Träger geheimer Botschaften an den Leser und Tierszenen mit Schlüsselfunktion – Von den Gemeinsamkeiten tierischer und menschlicher Existenz: dem «Kampf ums Überleben», dem «Recht des Stärkeren» und dem Tod.