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Libretto im Progress

Brechts und Weills "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny </I>aus textgeschichtlicher Sicht

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Esbjörn Nyström

Das Opernlibretto Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny von Bertolt Brecht und Kurt Weill weist eine äußerst verwickelte Textgeschichte auf. Die Textgestalt des Librettos wurde mehrmals umgearbeitet und enthält Zitate aus etlichen früher entstandenen lyrischen Texten Brechts. Diese Studie betrachtet das Werk erstmals konsequent aus textgeschichtlicher Sicht und versucht, eine Orientierung in der bislang recht unübersichtlichen Materialmenge zu ermöglichen. Dabei werden neben bereits bekannten einige sehr relevante, der bisherigen Forschung gänzlich unbekannte Textträger zum Werk ausführlich beschrieben. Die Systematisierung des ganzen Materials wird in Form eines Stemmas für die Werkfassungen und durch ein so genanntes Entwicklungsschema für die Gedichtzitate dargestellt.
Die Interpretation beginnt der Autor mit sechs Fallstudien zu einzelnen Szenen wie der sehr umstrittenen Bordellszene oder zu Gedichtzitaten und deren Funktionswechsel im Libretto. In einem zweiten Teil analysiert er fünf übergreifende Aspekte wie den Einfluss der jeweiligen Textsorte auf die Textgestalt oder die Entwicklung der Orts- und Figurennamen. Besonderes Gewicht wird zwei Tendenzen beigemessen: der zunehmenden Selbstzensur «anstößiger» Textstellen und der stärkeren Hervorhebung einer auffallend globalen Gesellschaftskritik.
Aus dem Inhalt: Textgeschichte – Editionswissenschaftliche Theorie und Intertextualitätstheorien – Textidentität, Textvarianz, Werkbegriff – Brechts Arbeitsweise und das Problem der Textüberarbeitungen – Weill und die von ihm vertonten Libretti – Das Libretto als literarische Gattung – Abgrenzung des Werkmaterials und des Gesamtmaterials – Textträgerbeschreibung – Stemma – Entwicklungsschema – Textgeschichtliche Interpretation: Fallstudien, übergreifende Aspekte.