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Geschichtskultur und Konflikt

Historisch-politische Kontroversen in Gesellschaften der Gegenwart

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Dietrich Seybold

Wenn ganze Gesellschaften mit sich im Streite liegen, ist es offenkundig: Geschichte ist ein Politikum. Die Diskussionen um die Vergangenheit wühlen auf, spalten die Parteien und beeinflussen das öffentliche Klima in einem Land. Was aber sind Erinnerungskonflikte, genauer: was sind historisch-politische Kontroversen? Was sind ihre Ursachen, welche Folgen haben sie? Inwieweit betreffen sie die Geschichtswissenschaft, die den Streit bald irritiert verfolgt, bald darin verwickelt wird?
Diese Arbeit befasst sich mit den Geschichtsdebatten der 1990er Jahre und gibt einen Überblick über deren Verlauf in verschiedenen Ländern. Sie diskutiert Methoden der Analyse historisch-politischer Kontroversen und stellt eigene Methoden vor, die an einem Fallbeispiel erprobt werden: der US-amerikanischen Debatte über die Symbolfigur ‘Kolumbus’ in den Jahren 1991/92, anlässlich der Fünfhundertjahrfeier der Landung des Kolumbus in der Neuen Welt.
Aus dem Inhalt: Geschichte als Politikum – Historisch-politische Kontroversen – Geschichte und Öffentlichkeit – Geschichte öffentlicher Kommunikation – Geschichtsdebatten der 1990er Jahre (1989-2001) – Länderüberblick – Nationaler Erinnerungskonflikt – Zwischenstaatlicher Erinnerungskonflikt – Erinnerungskonflikt in verschiedenen Gesellschaftstypen – Theoretische Diskussion: ausserwissenschaftlicher Umgang mit Geschichte – Gedächtnistheorie, Theorie der Geschichtskultur, Theorie der Geschichtspolitik – Die Geschichtswissenschaft angesichts des öffentlichen Streits über Geschichte – Geschichtskultur der USA – Kolumbusjahr 1992 – Das Zeitalter der Entdeckungen als politisches Streitthema – Lokale bzw. nationale Geschichtskultur in der Geschichtskultur der Globalisierung.