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Der postmoderne Kammerherr

Niebelschütz und sein ‘unzeitgemäßer’ Nachkriegs-Roman

Ruth Schori Bondeli

Der Blaue Kammerherr von Wolf von Niebelschütz (1949) ist im Kontext seiner Zeit ein Unikat. Zieht sich der Autor mit seinem ‘galanten’ Nachkriegs-Roman in die erzählerische Vormoderne zurück – oder präfiguriert er allenfalls eine postmoderne Stillage? Was heisst ‘postmodern’ im Bereich der Literatur?
Unter dieser doppelten Fragestellung befasst sich die Studie mit den kulturpolitischen und literarischen Voraussetzungen für den Roman. Sie zeigt auf, wie Überliefertes aus den verschiedenen Künsten im Zuge seiner narrativen Vergegenwärtigung verändert wird. Schliesslich benennt sie, inwiefern der Kammerherr als postmoderne literarische Artikulation bezeichnet werden kann und welche Elemente dafür kennzeichnend sind.
Damit eröffnet die Untersuchung nicht nur einen neuen Zugang zu Niebelschütz’ Hauptwerk, sie klärt auch den Blick für den nur allzu oft unscharf umrissenen Begriff der literarischen Postmoderne.
Aus dem Inhalt: Kontexte: Ästhetische Leitbilder, Vorbilder und Feindbilder – Analysen: Reproduktion und Transformation historischer Kulturbestände – Niebelschütz und seine Postmoderne: Die Inthronisation der Kunst.