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Polyphones Erzählen

Zum Phänomen der Erlebten Rede in deutschen Romanen der Jahrhundertwende

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Lucia Salvato

Die sprach- und literaturwissenschaftliche Analyse der Erlebten Rede wird meist auf einer theoretischen Ebene durchgeführt, wobei ihr polyphoner Charakter oft außer Betracht bleibt. Diese spezifisch textimmanente Studie befasst sich mit dem polyphonen Erzählen in der deutschen Literatur der Jahrhundertwende. Sie setzt sich mit der Grenze und der Verschmelzung zweier linguistischer Ebenen auseinander: einerseits mit der subjektiven der Figurenstimme und der objektiven des Erzählerberichts, andererseits mit dem gleichzeitigen Hervortreten mehrerer Stimmen. Dabei ist die Frage nach der erlebenden Figur wesentlich: Wer erlebt die Ereignisse? Nur die darin direkt involvierte Figur, oder auch der neben und mit ihr erlebende Erzähler? Wie weit kann die Erlebte Rede als Teil der Erzählerrede gehen und damit ein Ganzes formen? Durch eine inhaltliche und linguistische Analyse versucht diese Arbeit, ein Beispiel für die ‘impressionistische’ Doppeldeutigkeit des Phänomens Erlebte Rede zu geben. Anhand der Romantheorie Bachtins zeigt sie, dass die Polyphonie eine wichtige Voraussetzung für eine tiefere Untersuchung von Texten aller Art mit Erlebter Rede ist.
Aus dem Inhalt: Erlebte Rede – Polyphonie – Polyphones Erzählen – Zweistimmigkeit, Mehr- oder Vielstimmigkeit – Erlebte Rede und Träume – Erlebte Rede und Ironie – Deutsche Literatur der Jahrhundertwende – Heinrich Mann, Wilhelm Raabe, Theodor Fontane, Leopold von Andrian.