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Ein Kunstwerk im Dienst der Republik

Die Fresken der Sala del Concistoro des Domenico Beccafumi (1529-1535) im sienesischen Stadtpalast

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Karin Fuchs

Domenico Beccafumi schuf zwischen 1529 und 1535 in der Sala del Concistoro, einem Ratssaal des sienesischen Stadtpalastes, Fresken mit einem einzigartigen ikonographischen Programm. Diese zeichnen das Bild einer egalitären und meritokratischen Republik, das in seiner Schärfe und Herbheit, aber auch in seinem Differenzierungsgrad in der europäischen Ikonographie ohne Beispiel sein dürfte.
Eine historische Fragestellung, Aussage und Funktion dieses einzigartigen Bilderzyklus’ bildet den Kern dieser interdisziplinär angelegten Studie, in der im Einzelnen auch mit kunsthistorischen Mitteln gearbeitet wird.
Nach der Analyse des ikonographischen Programms und der soziopolitischen Realität der sienesischen Republik anfangs des 16. Jahrhunderts werden exemplarisch jene beiden Ebenen – Bilder und Realität – zusammengeführt und daraus die Funktionen der Fresken herausgefiltert. Bislang nicht ausgewertetes Archivmaterial bringt neue Erkenntnisse über den Programmentwerfer: direkte Zusammenhänge zu Niccolò Macchiavelli, dem einflussreichsten politischen Denker der Frühneuzeit, können in einer völlig neuen Parallelität erstmals belegt werden.
Aus dem Inhalt: Die Sala del Concistoro - der Freskenzyklus als Bildquelle – Die Sala del Concistore als Dekorationsprojekt im senesischen Stadtpalast – Ikonographische Analyse – Zeitkontext der senesischen Republik 1525-1536 – Funktionsanalyse der Bilder – Gesamtzusammenhang der Bildprogramme im senesischen Stadtpalast.