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Musil als Kritiker

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Nicole Streitler

Robert Musils Arbeit als Literatur- und Theaterkritiker erstreckt sich auf die Jahre 1912 bis 1930. In dieser Zeit arbeitet er für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, u.a. für die «Prager Presse», für Franz Bleis «Der Lose Vogel», für Alfred Kerrs «Pan», für die im Fischer-Verlag erscheinende «Neue Rundschau» und für Ephraim Frischs «Der Neue Merkur». Als Kritiker kommt Musil in einer Form mit der zeitgenössischen Literatur und vor allem dem Theater in Berührung, die für seine eigene literarische, dramatische und poetologische Arbeit von entscheidender Bedeutung ist. So sind seine Versuche im Dramatischen mit dem Schauspiel Die Schwärmer und der Posse Vinzenz und die Freundin bedeutender Männer im Kontext der parallel dazu entstehenden kritischen Arbeit zu sehen. Die vorliegende Studie versucht sich dem Kritiker Musil auf dreierlei Weise zu nähern. Im ersten Teil wird anhand der publizistischen Kontexte seines Schreibens eine Art kritische Biographie Musils skizziert. Im zweiten Teil wird seine Position im kritischen Feld der Zeit beleuchtet und seine theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Kritik dargestellt. Dass dabei dem «Ethischen» eine besondere Bedeutung zukommt, verbindet ihn mit einer Reihe von Kritikern seiner Zeit. Der letzte Abschnitt des Buches ist Musils kritischem Werk in seiner Textualität gewidmet. Dabei werden die Kriterien, Begriffe, Form- und Stilmerkmale seines Schreibens untersucht.
Aus dem Inhalt: Literatur- und Theaterkritik der Vor- und Zwischenkriegszeit – Essayismus und Kritik – Kritischer Stil – Formen der Kritik – Geschichte der Literaturkritik – Theater der zwanziger Jahre – Ethisierung der Literaturkritik – Metapher und Kritik – Kriterien der Literaturkritik – «Die Neue Rundschau» – «Prager Presse» – «Der Neue Merkur».