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Recht und Psychologie

Gelebtes Recht als Objekt qualitativer und quantitativer Betrachtung

Raimund Jakob, Martin Usteri and Robert Weimar

Dieses Buch befasst sich mit der Rechtspsychologie und ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen. Einerseits geht es um die Psychologie des Rechts, die sich in einem Naheverhältnis zur Rechtsphilosophie und zur Rechtssoziologie befindet, und andererseits um die Psychologie im Dienst der Rechtspflege, die als angewandte Psychologie methodisch bei den Naturwissenschaften ressortiert.
Folgt man dem Begründer der modernen wissenschaftlichen Psychologie, Wilhelm Wundt, so stehen am Beginn sämtlicher rechtspsychologischer Bemühungen zunächst einmal die Sozial- und Geisteswissenschaften – und natürlich auch die Jurisprudenz und das Recht. So kommen in diesem Band denn auch soziologische und sozialphilosophische Beiträge, Beiträge zur qualitativ und hermeneutisch arbeitenden Psychologie des Rechts, aber auch Beiträge zur quantitativ und naturwissenschaftlich arbeitenden Psychologie im Dienst der Rechtspflege zum Zug. Den Kreis zur Rechtspsychologie als Kulturwissenschaft schliessen Beiträge zu den Besonderheiten einzelner Rechtskulturen.
Das Werk ist – aus Anlass seines 70sten Geburtstags – eine Festgabe für Manfred Rehbinder, Prof. emeritus und Direktor des Europäischen Instituts für Rechtspsychologie in Zürich.
Aus dem Inhalt: Georges Baur: Hendrik de Man - mit «Arbeitsfreude» zum «Dritten Weg». Eine biographische Notiz – Gregorio Robles: Die deutschen Wurzeln vom Émile Durkheim – Emil Salagean: Leben und Werk von Eugen Ehrlich und Manfred Rehbinder – Georg Jakob: Der Geist - ein handelbares Gut? – Friedrich Lachmayer: Apokryphes Gewohnheitsrecht – Hans Lenk: Ein Menschenwürdeanrecht auf sinnvolle Eigentätigkeit – Caroline Walser Kessel: Was Primarschüler über Gerechtigkeit denken – Philip D. Jaffé: For how long will forensic psychology in Switzerland be lost in an ethical and human rights vacuum? – Raimund Jakob: Zum professionellen Verhalten von Juristen – Martin Killias: Experimente in Kriminologie und Rechtssoziologie und die Globalisierung des Wissens. Zu den Wirkungen von Freiheits- vs. «Alternativ»-Strafen – Adelheid Kühne: Schlüsselqualifikationen für die forensische Praxis - Aktuelle Ergebnisse empirischer Untersuchungen – Erhard Blankenburg: Unabhängigkeit der Richter - wovon? – Wilfried Hommers: Strafe und Ersatz: Zwei Zumessungsschemata im Verbund. Ein Beitrag aus psychologischer Sicht – Ute Waschulewski: «Zwölf Personen, die man von der Strasse hergebracht hat...» - Sozialpsychologische Betrachtungen zum U.S.-amerikanischen Geschworenensystem – Robert Weimar: Determinismusstreit heute und die Methodologie der juristischen Entscheidung – Robert Bossard: Recht und Literatur - Erfahrungen bedeutender Autoren mit dem Recht – Mario Gmür: Die Gewalt von Worten - Heinrich Böll und das Medienopfer Katharina Blum – Ulrich Müller: Kriminelles Mittelalter: Faszination und Abschreckung von Verbrechen und Sünde in der deutschsprachigen Erzählliteratur des hohen Mittelalters – Albrecht Götz v. Olenhusen: Factum clarum, jus nebulosum - Alan Patrick Herberts Beitrag zum englischen Urheberrecht und zum Uncommon Law – Martin Usteri: Der menschengerechte Staat heute - Ein Versuch am Beispiel des schweizerischen Gemeinwesens.