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«Wenn Freunde aus der Ferne kommen»

Eine west-östliche Freundschaftsgabe für Zhang Yushu zum 70. Geburtstag

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Naoji Kimura and Horst Thomé

Diese Festschrift ehrt den eminenten Literaturvermittler zwischen Deutschland und China Prof. Dr. h.c. Zhang Yushu. Unter dem konfuzianischen Freundschaftsmotto vereinigt der Band kulturwissenschaftliche, linguistische und literaturwissenschaftliche Beiträge aus China, Deutschland, Japan und Korea und zeugt vom Gelingen eines internationalen Forschungsaustausches.
Der Jubilar studierte Germanistik an der Peking-Universität, wo er seit 1978 als Dozent und von 1985 bis 2004 als Ordinarius unterrichtete. Seit 1979 führten ihn wiederholt längere Delegations- und Forschungsaufenthalte nach Deutschland, u. a. 1991 bis 1993 auf Einladung der Humboldt-Stiftung als Gastordinarius an die Universität Bayreuth. Als Kuratoriumsmitglied des Deutsch-ostasiatischen Wissenschaftsforums von Baden-Württemberg und als Organisator zahlreicher internationaler Symposien trug er wesentlich zum Kulturaustausch – auch zwischen asiatischen Staaten – bei. 2002 wurde er zum Ehrendoktor der Universität Tübingen ernannt. Für sein Mutterland hat er höchste Verdienste als Übersetzer wie als Herausgeber und Forscher erlangt, u. a. mit dem Briefwechsel Goethe/Schiller, den Schillerschen Dramen, der Lyrik von Droste-Hülshoff und Heine, Heines Prosaschriften, Schnitzlers Novellen und den Romanen Stefan Zweigs.
Dank seiner Initiative entwickelte sich das 2000 von ihm gegründete Jahrbuch Literaturstraße. Chinesisch-deutsches Jahrbuch für Sprache, Literatur und Kultur zu einem lebendigen Forum internationaler und interdisziplinärer Verständigung.
Der Band umfaßt Beiträge zur auf China bezogenen Philosophie und Poetik, zur modernen deutschen, japanischen und koreanischen Literatur und ihren Rezeptionsprozessen von der Tang-Zeit bis zur Gegenwart.
Aus dem Inhalt: Erwin Wickert: Zum Geleit – Hans-Georg Kemper: Hermetik, Naturrecht und christliche Wahrheit: ‘Wandlungen’ der chinesischen Weisheit im Spannungsfeld der deutschen Aufklärung (Leibniz, Wolff, Claudius) – Walter Gebhard: «Niemand hass’ ich; soll ich hassen; / Auch dazu bin ich erbötig. / Hasse gleich in ganzen Massen». Beobachtungen zur polemischen Poetologie in Goethes West-östlichem Divan – Horst Denkler: Rassenprobleme in Peking. Zu Ilse Langners China-Roman Die purpurne Stadt (1937) – Horst Thomé: Literatur. Über die Notwendigkeit und die Schwierigkeiten einer Wissenschaft von der Dichtung – Karin Moser v. Filseck: Brücken schlagen ins fremde Land – Wei Maoping: Shakespeares Sonette und chinesische Tang-Gedichte. Eine Studie zur Geschichte des Sonetts – Feng Yalin: Erkundungen der anderen Wahrheit. Günter Grass’ Märchenverständnis im Roman Der Butt im Verhältnis zum romantischen Märchen – Wei Yuqing: Kann die Menschheit aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit herauskommen? Die antiutopische Rättin von Günter Grass – Leilian Zhao: Zhang Yushu und die deutsche Literatur in China – Yuan Zhiying: Probleme und Perspektiven der literarischen Übersetzung – Weijian Liu: Medienkritik, postmoderne «Geschichtchen» und intermediale Hybridität - Die Wiedervereinigung in der deutschen literarischen Darstellung – Sam-Huan Ahn: Die «Krise» der Geisteswissenschaften in Korea und der Weg zu ihrer Überwindung – Seok-Hee Choi: Zur Rezeption der koreanischen Volksmärchen in Deutschland: Der Beitrag von André Eckardt – Mun-Yeong Ahn: Das Bild des alten Menschen in der modernen koreanischen Literatur – Eijiro Iwasaki: Die Partikel doch in der Ergänzungsfrage. Eine diachronische Bestandsaufnahme – Ryozo Maeda: Berlin-Simulacrum im interkulturellen Flanieren. Zur Metropole im japanischen Großstadtdiskurs der 20er Jahre – Teruaki Takahashi: Baigan Ishidas Lebensethik anhand von Max Weber erklärt - Fallstudie zu einer «neuen» Domäne der Germanistik – Naoji Kimura: Fukuo-Jiden. Lebensschilderungen eines Liberalen in der Meiji-Zeit.