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Adalbert Stifters Essays «Wien und die Wiener» (1841-1844) als verhaltenspsychologische «Studien» impressionistischen Kolorits

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Gunter H. Hertling

Adalbert Stifters zwölf impressionistische, buntfarbige Essays für eine Sammlung von Kleinportraits über Wien und die Wiener (1841-1844) heben sich grundsätzlich von seinem fiktionalen Erzählwerk ab: Es sind «Studien» einer gänzlich «anderen», das heisst autobiographischen und weltanschaulichen Eigenart. Es sind Stifters impressionistische Erzählportraits seiner Beobachtungen, Eindrücke und Vermutungen über seine neue Lebenslage in der Habsburger Metropole, die ihn zwanzig Jahre zunächst als Universitätsstudent und hernach als Privatlehrer bis zur 1848-Revolution beherbergen sollte. In seinen Essays verbinden sich mit viel Humor, Komik und Ironie getarnte Gesellschafts- und Modekritik mit einer elegischen Nostalgie nach ländlicher Natürlichkeit, Einfachheit und Abgeschiedenheit. Scharfe Bilderskizzen sowie lockere Pinselstriche über die Wohn- und Lebensweisen gewisser Bevölkerungsteile unterschiedlichen Milieus wechseln ab mit weltanschaulichen Überlegungen über eine Metropole im Spannungsverhältnis zwischen althergebrachter Beschaulichkeit und dem Anbruch der materialistischen Neuzeit.
Aus dem Inhalt: Aussichten und Betrachtungen von der Spitze des St. Stephansturmes (1841) – Ein Gang durch die Katakomben (1841) – Der Prater (1841) – Der Streichmacher (1842) – Leben und Haushalt dreier Wiener Studenten (1841) – Die Wiener Stadtpost (1841) – Warenauslagen und Ankündigungen (1841) – Wiener Wetter (1843) – Ausflüge und Landpartien (1844) – Wiener Salonszenen (1843).