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Mit dem Latein am Ende?

Volkssprachlicher Einfluss in lateinischen Chartularen aus der Westschweiz

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David Vitali

Die Vorherrschaft des Lateinischen in der mittelalterlichen Schriftpraxis war während Hunderten von Jahren ungebrochen. Im Übergang zum Spätmittelalter mehren sich die Anzeichen für einen Umbruch. Im Gebrauchslatein jener Zeit erscheinen zunehmend Lehnwörter aus den Volkssprachen. Bald darauf wird das Lateinische in den meisten westeuropäischen Schriftregionen als Urkundensprache abgelöst.
Vor diesem Hintergrund hat die Arbeit zum Ziel, die Dimensionen lexikalischer Interferenz mit der Volkssprache an einem geschlossenen lateinischen Textkorpus auszuloten. Anhand einer eingehenden sprachlichen Analyse ausgewählter lateinischer Chartulare aus der Westschweiz werden die Rückwirkungen des romanischen Idioms modellhaft herausgearbeitet. Im Zentrum steht eine Bestandsaufnahme des volkssprachlich beeinflussten Teils des Wortschatzes. Dabei geht es einerseits um die Beschreibung des Lehnwortgutes nach formalen Kriterien (Lautform, Wortbildung, Bedeutung), andererseits um die Klärung seiner Zulassungsbedingungen. Die Untersuchung umfasst einen darstellenden Teil in deutscher und einen Glossarteil in französischer Sprache.
Aus dem Inhalt: Mittelalterliche Chartulare aus der Westschweiz als Sprachzeugnisse – Frankoprovenzalische Volkssprache und lateinische Schriftsprache – Lautlicher und lexikalischer Einfluss der Volkssprache auf das Lateinische – Wortschatzanalyse – Entstehungskontext und Gebrauchskontext der Chartulare – Volkssprachliche Elemente als Teil einer Fachsprache – Ablösung des Lateinischen als Urkundensprache.