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Zwischen Kunst und Wissenschaft

Jakob Michael Reinhold Lenz

Series:

Inge Stephan and Hans-Gerd Winter

Biografie und Werk des Sturm und Drang-Autors Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792) üben eine anhaltende Faszination auf Schriftsteller und Künstler unserer Zeit aus. Seine Person und sein unglückliches Schicksal, das in Ausgrenzung und Krankheit endete, bilden immer noch ein Identifikationsmuster, an dem Künstler der Gegenwart Ängste und Wünsche abarbeiten können, die ihre eigene Rolle betreffen. Dass Lenz zu Lebzeiten in den Spielen um Macht und Geltung im literarischen Feld unterlag, bringt ihm heute eher Sympathie ein.
Dieser Band, der auf eine Konferenz an der Humboldt-Universität zu Berlin (2005) zurückgeht, behandelt die Frage, wie Lenz in unserer Gegenwart in Literatur und Literaturwissenschaft, aber auch in Theater, Musik und Kunst und in einer Ausstellung präsent ist; er untersucht, welches Bild von Autor und Werk sich ergibt, in welchen ästhetischen und/oder thematischen Zusammenhängen auf Lenz rekurriert wird und wie sich die Auseinandersetzung mit der Lebens- und Werkgeschichte dieses Autors auf der Basis unseres heutigen Bewusstseinsstandes gestaltet.
Aus dem Inhalt: Inge Stephan/Hans-Gerd Winter: Einleitung – Inge Stephan: «An das Herz». Zu den Lenz-Arbeiten von Susanne Theumer – Hans-Gerd Winter: Lenz’ Brunnensturz. Eine Installation von Joachim Hamster Damm – Peter Petersen: Das Lenz-Gedicht «Gemählde eines Erschlagenen» in der Vertonung durch Adriana Hölszky (1993) – Hans-Gerd Winter: «Recht beschwerliche Gedächtnisarbeit». Über die Widersprüche zwischen den Lenz-Bildern in der Wissenschaft der letzten dreißig Jahre – Marianne Vogel: Der «neue Lenz». Heutige literatur- und kulturwissenschaftliche Sichtweisen auf Jakob Michael Reinhold Lenz am Beispiel der Geschlechterforschung – Inga Achilles: Biografie postmodern. Der Entwurf einer literaturwissenschaftlichen Lenz-Biografie – Gesa Weinert: «Verheyrathung», «F. Haus», Grabstätte und andere biografische Bruchstücke zu J. M. R. Lenz – Arnd Beise: Lyrische Lenz-Porträts im 20. Jahrhundert. Zu Texten von Huchel, Messow, Bobrowski und Körner – Ulrich Wergin: «Gespräch im Gebirg». Celan gibt Büchners «Lenz» mit Nietzsche zu lesen – Arnd Beise: «Bilderfolge einer ausweglosen Selbstzerfleischung». Alfred Hrdlickas Lenz-Illustrationen – Ulrich Kaufmann: «So leben wir hin». Harald Gerlachs Annäherungen an Jakob Michael Reinhold Lenz – Hans-Ulrich Wagner: «Du bist das Genie». Gesellschaft, Poesie und Liebe im «Lenz»-Film von Egon Günther – Ariane Martin: Auf der Spur eines Verbrechens. Das Genre Lenz-Krimi in den Romanen «Goethes Mord» (1999) von Hugo Schultz und «Der rote Domino» (2002) von Marc Buhl – Götz Zuber-Goos: Erinnerung an eine «Hofmeister»-Inszenierung – Ulrich Kaufmann: «Ich aber werde dunkel seyn». Die Jenaer Lenz-Ausstellung. Eine Rückschau.