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Laozi flankt, Konfuzius dribbelt

China scheinbar abseits:- Vom Fussball und seiner heimlichen Wiege

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Helmut Brinker

Seit dem zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung haben chinesische Historiographen, Literaten und Künstler aufmerksam das Thema «Fussball» verfolgt und dessen positive Wirkung auf Körper und Geist gepriesen. Diese kunst- und kulturgeschichtliche Studie untersucht zahlreiche literarische und bildliche Darstellungen und zeichnet die Entwicklungslinien nach von den mythischen Anfängen hin zu ethisch-moralischer Tugendbildung, zu paramilitärischem Konditionstraining sowie zur aktiven Freizeitgestaltung und der Fussballbegeisterung an den Höfen einiger Kaiser. Bildliche Darstellungen bieten einen Einblick in den technisch perfekten Umgang mit dem Ball, der seit etwa 700 n. Chr. «runder» wurde und nun mit Luft gefüllt war. Dadurch veränderten sich Spielgestaltung und Regeln, Technik und Taktik. Es entstanden die ersten Ligen und Vereine. Auch Frauen und Kinder nahmen aktiv am Fussballspiel teil und versuchten den Ball nicht flach, sondern hoch zu halten. Enzyklopädisten trugen historische und formale Aspekte sowie Beobachtungen zu Regeln und Spielgeräten zusammen. Ein wissenschaftlicher Anhang mit einem Ausblick nach Japan rundet die Darlegungen ab und bietet die Möglichkeit, dem Phänomen Fussball an seiner heimlichen Wiege weiter nachzugehen.
Aus dem Inhalt: Mythische Anfänge des Fussballs in China und archäologische Evidenz – Fussballnotizen des Sima Qian (ca. 145-86 v. Chr.) im Shiji und andere frühe Quellen – Fussball zur Ertüchtigung des Militärs – Erfindung des mit Luft gefüllten Balls um 700 – Fussballbegeisterung an den Kaiserhöfen – Ligen und Vereine in der Song-Zeit (960-1279) – Fussball als Freizeitvergnügen.