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Text und Holocaust

Die Erfahrung des Ghettos in Zeugnissen und literarischen Entwürfen

von Jacek Leociak (Autor:in) Lisa Palmes (Übersetzung)
©2018 Monographie 344 Seiten
Open Access

Zusammenfassung

Der Autor analysiert Tagebücher, Erinnerungen, Memoiren, Chroniken, Berichte und Briefe, die während der Zeit des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung im und um das Warschauer Ghetto entstanden. Er untersucht die Gattungsspezifik und den speziellen Status dieser Texte, die das in Worte zu fassen versuchen, was gemeinhin als unbeschreibbar gilt. Der Autor widerspricht der verbreiteten These von der Unausdrückbarkeit. Er betont die Notwendigkeit des Ausdrucks jener Erfahrung und die Notwendigkeit des Versuchs zu verstehen.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Herausgeberangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • Teil 1
  • 1 Die Suche nach einer Formel
  • 2 Autoren, Ort und Zeit
  • Wer schrieb
  • Ort und Umstände des Schreibens
  • 3 Das Schicksal der Texte
  • 4 Gründe für das Schreiben
  • „Schreibe! Notiere!“
  • „Alarmieren und das Gewissen der Welt erschüttern“
  • „Für ein zukünftiges Tribunal“ – „der Rache wegen“
  • „Eine Spur hinterlassen“
  • In der Tradition verwurzelt
  • Teil 2
  • 1 Zwischen persönlicher und unpersönlicher Erzählweise
  • Jakub – Hirszfeld – Levin – Perechodnik
  • Die Briefe der Juden von Płońsk
  • Horowitz – Sznapman – Puterman
  • Kula – Ringelblum – Landau
  • Czerniaków
  • Berichte – Rapporte – Arbeiten
  • 2 Die Darstellung des Ghettos
  • Das Fenster
  • Die Menschen
  • Der Tod
  • Die Leichen
  • Zusammenfassung
  • Der religiöse Diskurs
  • Das religiöse Leben während der Besatzung
  • Die Klagelieder Karol Rotgebers
  • Das Martyrologium des Rabbi Szymon Huberband
  • Die Predigten des Rabbi Klonimus Kelmisz Szapiro
  • Zusammenfassung
  • Rotgeber
  • Huberband
  • Szapiro
  • Schluss
  • Bibliografie
  • Index

cover

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1 Die Suche nach einer Formel

1

Die Texte, mit denen ich mich in dieser Arbeit befassen möchte, zählen zur Literatur des persönlichen Dokuments – ein Begriff aus der humanistischen Soziologie. Ins Leben gerufen wurde die sogenannte Methode des persönlichen Dokuments von Florian Znaniecki, der die Autobiographie als wertvolles soziologisches Material entdeckte.9 Bei seiner Beschreibung dieses literarischen Phänomens betont Roman Zimand, dass sowohl Leser als auch Autoren und Forscher die Sonderstellung anerkennen, die das persönliche Dokument in der Literatur einnimmt. Innerhalb der Gattungsgemeinschaft jedoch sind die Grenzen zwischen den einzelnen Varianten fließend und leicht überschreitbar. Jene Leichtigkeit bei der Übertretung von Gattungsgrenzen, deren Ursprung Zimand in der personalisierten Narration sieht (die grammatische Dominanz des Singulars in allen Varianten), ist eines der drei Kriterien, die er vorschlägt, um die Gattungsspezifik der Literatur des persönlichen Dokuments zu erfassen. Die beiden anderen Kriterien sind der verschwimmende Gegensatz zwischen „Wahrheit“ und „Erdachtem“ (das Spiel zwischen der Referenzialität eines Textes und den kompositionellen Erzählregeln) und die große Vielfalt von Gattungen und Varianten.10

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Auffällig bei der hier untersuchten Textgruppe ist die – nicht selten erhebliche – Spannung zwischen der Einschätzung und Benennung der Texte durch ihre Autoren einerseits und der Zuordnung der Texte anhand ihrer textuellen Merkmale andererseits. Nicht die endgültige Einteilung in Gattungen und komplizierte Klassifikationen habe ich hier jedoch im Sinn; mir ist bewusst, dass eine vollkommene Präzisierung unter diesem Gesichtspunkt weder erreichbar ist noch Erkenntnisgewinn verspricht. Im Übrigen sollen genologische Forschungen auch gar nicht Gegenstand dieser Arbeit sein. Daher belasse ich es bei einer allgemeinen Einordnung des analysierten Materials und einem Vorschlag zur Typologie der Gattungsvarianten. Zuvor jedoch lohnt ein Blick auf das in den Texten verzeichnete genologische Bewusstsein ihrer Autoren.

„Pamiętnik“ [„Erinnerungen“ (eigentlich: Erinnerungsbuch oder „gesammelte Erinnerungen“, ohne wortwörtliche Entsprechung im Deutschen; Anm. d. Übers.)] ist bei Weitem die häufigste Bezeichnung und dabei zugleich auch die dehnbarste und vieldeutigste Gattungskategorie bei den persönlichen Dokumenten. An zweiter Stelle folgen „wspomnienia“ [„Erinnerungen“, „Memoiren“] und „dziennik“ [„Tagebuch“]; ebenfalls anzutreffen sind Benennungen wie „zapiski“ [„Aufzeichnungen“], „notatki“ [„Notizen“], „szkic kronikarski“ [„Entwurf einer Chronik“], „reportaż“ [„Reportage“]. Das genologische Bewusstsein der Verfasser erscheint dabei manches Mal überraschend unkonventionell.11

Stanisław Sznapman beispielsweise betitelte seinen Text Dziennik z getta [Tagebuch aus dem Ghetto]. Eine irreführende Klassifikation, weist der Text doch keine der traditionellen Merkmale eines Tagebuchs auf: Er wurde nicht Tag für Tag geschrieben und besteht auch nicht in einer Sammlung von Eintragungen, deren Anordnung sich durch irgendeine chronologische Ordnung ←18 | 19→auszeichnen würde. Der Autor hält keinen aktuellen Verlauf von Begebenheiten fest, er registriert weder aufeinanderfolgende Ereignisse noch Erlebnisse oder Reflexionen, die diese begleiten würden. Dziennik z getta ist eine Erzählung über das Schicksal der Warschauer Juden in der Zeit von September 1939 bis Juli 1943, platziert vor dem breiteren Hintergrund des europäischen Kriegsschauplatzes und verfasst mit einer zwar geringen, aber dennoch deutlich markierten zeitlichen Distanz. Die Geschichte, die Sznapman erzählt, hat sich zu diesem Zeitpunkt bereits ereignet, wenn auch der Krieg noch im Gange ist. Der Autor ist allerdings überzeugt, dass die Vernichtung der Juden, deren Zeuge er wird, bereits unumkehrbar feststeht. Daher verbirgt er sein im Verhältnis zu den geschilderten Begebenheiten vorauseilendes Wissen nicht, sondern manifestiert es geradezu: Die Erzählung ist gespickt mit wertenden Kommentaren und Appellen an den Leser, und ein überindividueller Blickwinkel wird erkennbar (im narrativen „Wir“).

Und dennoch, auf der Suche nach einer Gattungsformel bezeichnet Sznapman seinen Text, der schließlich eher Erinnerungen als laufende Ereignisse verzeichnet, als „dziennik“. Es ist anzunehmen, dass diese Formel weniger den genologischen Status des Textes markieren soll als die Position des Autors, der ja direkter Zeuge des Geschehens gewesen ist, sowie die Authentizität und Glaubwürdigkeit des Geschilderten. Ein Tagebuch kann in der Gegenüberstellung mit Erinnerungen als glaubwürdiger gelten, und zwar, wie ich denke, aus drei ihm zugeschriebenen Prinzipien. Erstens befindet sich der Tagebuchschreiber „innerhalb“ der verzeichneten Zeitspanne und ist nicht durch den Filter der Erinnerung von dem Beschriebenen getrennt. Zweitens wird die Ordnung der Aufzeichnung nicht durch eine von vornherein feststehende kompositorische Regel bestimmt, sondern durch das stattfindende Geschehen – und damit gewissermaßen durch die Realität. Drittens schließlich scheint das Gebot der Augenzeugenschaft beim Tagebuch rigoroser zu sein als bei Erinnerungen.12

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Darüber hinaus kommen Textbezeichnungen vor, die sich direkt oder metaphorisch auf die Gattungen der Sprache im weitesten Sinne beziehen, die das Hauptgewicht auf deren axiologische Dimension und nicht auf die genologische Charakteristik legen. Sie sagen etwas über das moralische und emotionale Verhältnis des Verfassers zum Geschriebenen aus, darüber, was ein Text sein, wozu er dienen, welche Rolle er spielen sollte. Eine solche Benennung enthält weniger die Zuordnung zu einer bestimmten Gattung, als sie die Haltung des Autors markiert sowie Werte bezeichnet, die er mit seinem Text ausdrücken will. Ein „Kleines Gleichnis“ oder „familiäres Buch Hiob“ (Natan) akzentuieren, dass die niedergeschriebene persönliche Erfahrung nach Absicht des Autors eine universelle Aussage annehmen soll. Eine „Beichte“ (Calel Perechodnik)13 oder eine „Stimme meiner Seele“ (Karol Rotgeber) verweisen auf die Tiefe des intimen Bekenntnisses angesichts des nahenden Todes. Henryk Bryskers Erinnerungen, ein „Denkmal aus Worten und Papier“, das er seiner ermordeten Frau errichtete, sind eine Geste der Ehrerbietung im Gedenken an das Leiden seiner Nächsten und ein Ausdruck des Willens, deren Schicksale als Beispiel für das Los vieler anderer Menschen zu verewigen. Und schließlich gibt es eine ganze Reihe von Benennungen wie „Anklage“ (Jan Mawult), „Zeugnis eines Verbrechens“, „Anklageschrift“, „Material für den Staatsanwalt“ (Marian Berland), die das häufigste Motiv ausdrücken: das Gefühl der Pflicht, die Verbrechen zu bezeugen, und das starke Verlangen nach Gerechtigkeit oder auch nach Rache an den Verbrechern.

Die Autoren selbst widmen der Frage nach der Gattung ihrer Texte kaum je weitschweifige Erklärungen. Nicht so Janusz Korczak: Sein Pamiętnik [„Erinnerungsbuch“]14 beginnt mit einer umfassenden autothematischen Reflexion, ←20 | 21→durchwoben von Metaphern, Parabeln, dramatisch ausgearbeiteten Szenen, Zitaten aus der Literatur. Der Autor stellt Überlegungen über die psychologische und existentielle Situation an, in der sich ein Verfasser von Erinnerungen, Autobiographie, Lebenslauf, Memoiren befindet (all diese Bezeichnungen erwähnt Korczak), und über den Sinn eines solchen Schreibens. Bereits im ersten Satz seines Pamiętnik wird dieser Gattungsname eingeführt, sodann erfolgt eine gewisse Distanzierung: „Düster, niederdrückend ist die Lektüre von Erinnerungen.“15 Für Korczak dokumentieren die traditionellen schriftlichen Erinnerungen das zunehmende Nachlassen von Lebensenergie; die Dynamik eines schriftlich festgehaltenen Lebenslaufs gibt die Richtung vor: von der Jugend zum Alter, von Vitalität, Ehrgeiz, Hoffnung zu Erschöpfung und Zweifel. Korczak äußert den Wunsch, dieses Modell zu ändern:

In meinen eigenen Lebenserinnerungen will ich versuchen, es anders zu machen. Vielleicht ist das ein glücklicher Gedanke, vielleicht gelingt es, vielleicht ist es gerade so richtig. (S. 20)

Der Entwurf des positiven Vorschlags ist in einem metaphorischen Bild verborgen, das auf diese Deklaration folgt: Der Tagebuchschreiber gräbt einen Brunnen, um durch die miteinander verwobenen Erinnerungsschichten zu den unterirdischen Quellen zu gelangen. Somit beschreibt der Verfasser von Erinnerungen weniger sein Leben, als er bis zur Tiefe seines Selbst vordringt. Er entdeckt, wer er wirklich ist. Mühselig ist diese Arbeit, von Hindernissen und Fallen gespickt, niemals ganz zu vollbringen. Auch kann niemand dabei helfen. „[D]‌as muss jeder selbst tun. Keiner kann ihm dabei helfen, und keiner kann einen da vertreten“ (l.c.).

Am Ende des ersten Teils seiner Erinnerungen kehrt Korczak noch einmal zur autothematischen Reflexion zurück. Nun geht es nicht mehr um ein Vorhaben, sondern um die Durchführung:

Ich habe alles noch einmal durchgelesen. Nur mit Mühe habe ich es verstanden. Und der Leser?

Kein Wunder, dass ein Tagebuch unverständlich für den Leser bleibt. Kann man denn überhaupt fremde Erinnerungen, ein fremdes Leben verstehen?

Ich sollte ja wohl ohne Mühe erkennen, was ich schreibe.

Nun freilich, aber kann man eigene Erinnerungen verstehen? (S. 86)

Hier hat die Frage nach der Möglichkeit zu verstehen zwei Adressaten: den Leser und den Autor. Letzterer scheint hier der wichtigere zu sein. Das Festhalten von ←21 | 22→Erinnerungen in Buchform nimmt nämlich für Korczak die Eigenschaften einer Art geistigen Übung an, wird zu einer disziplinierten, systematisch und gegen den Druck der Außenwelt vollführten Meditation. In diesem Kontext zu lesen sind Korczaks Bemerkungen über die Beziehung zwischen der Zeit, die der Schreibende durchlebt, und der erinnernden Erzählung über die Zeit. Die Zeit ist ein Element, das sich nicht beschreiben lässt. Keine Narration ist in der Lage, das tatsächliche Pulsieren der Zeit, den Lauf der Ereignisse, Gedanken, Gefühle wiederzugeben. Damit ist der Verfasser in dieser Hinsicht zur Unerfülltheit, zum unvermeidlichen Scheitern verurteilt. Dennoch muss er die Herausforderung annehmen:

Jede Stunde – das ist ein dickes Heft, das ist eine Stunde Lesen.

Nun ja.

Du musst einen ganzen Tag lang lesen, um einen meiner Tage in etwa zu verstehen. Woche für Woche, Jahr für Jahr.

Und wir wollen in einigen Stunden, um den Preis von ein paar eigenen Stunden – ein ganzes langes Leben durchmessen.

So einfach geht das nicht. Du wirst es in einer undeutlichen Kürzung, in einer flüchtigen Skizze kennenlernen – eine Episode für tausend, für hunderttausend (S. 87).

Korczaks Überlegungen zur Niederschrift von Erinnerungen lassen sich interpretieren als Suche nach einer Formel, welche zugleich die Wahrheit über den Autor erfassen und Zeugnis über die Zeit geben könnte – einer Formel, die hilfreich dabei wäre, nicht nur das eigene Leben zu verstehen, sondern auch die Welt, in der man leben muss, und den Platz, der einem darin zukommt. Indem er über sich und für sich schreibt, richtet sich der Verfasser von Erinnerungen schließlich auch an andere. Korczaks Suche nach einer Formel ist somit auch die Suche nach einer Möglichkeit, Zeugnis zu geben.

Ich möchte nun also folgenden Vorschlag für eine Typologie der Gattungsvarianten innerhalb der hier analysierten Literatur des persönlichen Dokuments unterbreiten:

Tagebuch (dziennik) und Chronik-Tagebuch (dziennik-kronika) verbinden einer solchen Einteilung zufolge, dass keine zeitliche Distanz zu den dargestellten Ereignissen herrscht, dass es keine im Vorhinein festgelegten Kompositionsregeln gibt und dass jeweils aktuelle Begebenheiten fortlaufend geschildert werden. Dagegen unterscheidet sie, dass beim Tagebuch die private Beobachtungsperspektive exponiert wird, dass die Beschreibung subjektiviert und die Sprache individualisiert wird bis hin zu einer Verwendung von literarischen Ausdrucksformen, wohingegen das Chronik-Tagebuch eher bemüht ist, ein breiteres Spektrum zu erfassen, das über das Beobachtungsfeld ←22 | 23→des schreibenden Subjekts hinausgeht, sowie nach einer Objektivierung der Beschreibung, einer panoramischen Darstellung des Lebens einer bestimmten Gruppe strebt.16

Innerhalb des nun abgesteckten Gattungsbereiches finden verschiedene Varianten Platz. Die Tagebücher von Avrom Levin [Abraham Lewin] und Chaim Aron Kaplan verdienen dank der subjektivierten Schreibweise und Emotionalität voll und ganz die Bezeichnung „intimes Tagebuch“. Dagegen konzentriert sich Adam Czerniakóws Tagebuch17 auf öffentliche Angelegenheiten und zeichnet in knappen Notizen ein Bild der Gemeinschaft. In der Textkonstruktion jedoch, in der Form der Sprache trägt es deutlich den individuellen Stempel des Autors. Emanuel Ringelblums Notitsn fun varshever geto [Warschau 1952; engl. Ausgabe: Notes from the Warsaw Ghetto, bearb. und übers. von J. Sloan, New York 1958] gehen entschieden über die individuelle Perspektive der Narration hinaus und versuchen sich an einem allumfassenden, objektivierten Blick, der dennoch nicht frei ist von persönlichen Emotionen des Verfassers. Ludwik Landaus monumentale Kronika lat wojny i okupacji [Chronik der Kriegs- und Besatzungsjahre] liefert ein Panorama vieler verschiedener Perspektiven aus den Besatzungsjahren, das weit über das Ghetto und das besetzte Warschau hinausgeht und eine Fülle an detaillierten Beobachtungen und auch allgemeinen Reflexionen aufweist.

Die Erinnerungen (pamiętnik) sind vor allem durch ihre zeitliche Distanz zu den beschriebenen Geschehnissen und zu der Person, die diese durchlebt, in Opposition zum Tagebuch angesiedelt. Jene Distanz gestattet es, im Vorhinein gewisse Kompositionsregeln und narrative Strategien festzusetzen, die Position eines allwissenden Erzählers einzunehmen oder nicht, Ereignisse aus der allwissenden Position heraus zu kommentieren und zu bewerten. Die Welt in festgehaltenen Erinnerungen ist immer auf irgendeine Weise erzählt, was bedeutet, dass sie auch kognitiv geordnet, angeeignet ist. Sie lässt sich als Kette von Ereignissen erzählen, während sie im Tagebuch die Gestalt nur locker verbundener, ungeordneter und nicht hierarchisierter einzelner Kettenglieder von Ereignissen annehmen kann.

Details

Seiten
344
Erscheinungsjahr
2018
ISBN (Hardcover)
9783631672662
ISBN (ePUB)
9783631709986
ISBN (MOBI)
9783631709993
ISBN (PDF)
9783653068559
DOI
10.3726/b15141
Open Access
CC-BY-NC-ND
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2019 (Februar)
Schlagworte
Persönliches Dokument Warschauer Ghetto Tagebuch Holocaust-Literatur Judenvernichtung Besatzungszeit
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien. 2018. 344 S.
Produktsicherheit
Peter Lang Group AG

Biographische Angaben

Jacek Leociak (Autor:in) Lisa Palmes (Übersetzung)

Jacek Leociak ist Professor am Institut für Literaturforschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau, Leiter der dortigen Forschungsgruppe für Holocaustliteratur sowie Gründungsmitglied des Zentrums für die Erforschung der Judenvernichtung beim Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften.

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