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Geschichte der mecklenburgischen Regionalsprache seit dem Zweiten Weltkrieg

Varietätenkontakt zwischen Alteingesessenen und immigrierten Vertriebenen. Teil 1: Sprachsystemgeschichte

Series:

Klaas-Hinrich Ehlers

Der erste Band der mecklenburgischen Sprachgeschichte rekonstruiert den Strukturwandel der regional gebundenen Varietäten des Deutschen im Norden Mecklenburgs. An ausgewählten Variablen aus der Phonetik/Phonologie, Morphosyntax und Lexik wird die diachrone Entwicklung des Niederdeutschen und des mecklenburgischen Regiolekts in ihrer kontaktlinguistischen Wechselwirkung mit dem überregionalen Standard herausgearbeitet. Erstmals in der modernen Regionalsprachenforschung bezieht die Studie auch die Herkunftsvarietäten der vielen Vertriebenen ein, die nach dem Zweiten Weltkrieg ins Land kamen. Die korpusbasierten Variationsanalysen zeigen die sprachlichen Folgen auf, die die Vertriebenenimmigration für die sprachlichen Ausgleichsprozesse in den mecklenburgischen Kommunikationsräumen hatte.

Dieses Buch ist mit dem Johannes-Sass-Preis 2018 ausgezeichnet worden.

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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Danksagung

1.   Gegenstand der Untersuchung

1.1   Die sprachlichen Folgen der Vertreibung der Deutschen für die Zuwanderungs­gebiete: eine Forschungslücke

1.2   Geschichte der mecklenburgischen Regionalsprache: Worum geht es?

2.   Empirische Grundlagen

2.1   Erhebung, Struktur und Aufbereitung der zugrundeliegenden Daten

2.1.1    Das Untersuchungsgebiet und die Fokusorte

2.1.2    Die Datenerhebung: Feldzugang, Aufnahmesituation und die Teile des Interviewgesprächs

2.1.3    Die Gesamtstichprobe: Aufbau und Vergleichsgruppen

2.1.4    Transkription und Nachweis von Zitaten

2.2   Datengrundlage für die Sprachsystemgeschichte

2.2.1    Das regiolektale Korpus: Interviews ortstreuer Gewährspersonen und historische Sprachdokumente

2.2.2    Das niederdeutsche Korpus: intendierter Ortsdialekt der dialekt­kompetentesten Gewährspersonen und historische Sprachdokumente

2.3   Methodik der Sprachanalyse

2.3.1    Variablenanalyse und Auswahl der Variablen

2.3.2    Codierung und quantitative Auswertung

3.   Strukturwandel des mecklenburgischen Regiolekts im Varietätenkontakt der Nachkriegsjahrzehnte

3.1   Morphosyntax: ausgewählte Variablen

3.1.1    Da halte ich nichts von – syntaktische Varianten der Pronominal­adverbien in Mecklenburg

3.1.2    Besser als oder besser wie? – Variation der Vergleichspartikel beim Komparativ

3.1.3    Und denn ging es los – zum temporalen Gebrauch von denn in Mecklenburg

3.1.4    Reicht der „oberdeutsche Präteritumschwund“ bis in den mecklen­burgischen Regiolekt?

3.2   Phonetik / Phonologie: ausgewählte Variablen

3.2.1    Das „Ostsee-l“ und seine Entwicklung

3.2.2    Dat und wat – Erhalt von niederdeutschem t im Auslaut von das, dass und was

3.2.3    Beisen, Brout und schöin – die Diphthongierung der Langvokale e, o, ö

3.2.4    Das „weiche“ t – Lenisierung von intervokalischem t

3.2.5    Vom Zungenspitzen-r zum Zäpfchen-r – Lautwandel von einer Generation zur nächsten

3.2.6    Achtunk, lank und gink – plosivischer Verschluss von [ŋ] im Wortauslaut

3.3   Resümee: Die Entwicklung des mecklenburgischen Regiolekts im Varietätenkontakt

3.3.1    Vom Regiolekt zum Standard: Überblick über die Entwicklung phonetischer Merkmale des Regiolekts bei alteingesessenen Mecklenburgern

3.3.2    Advergenz an den mecklenburgischen Regiolekt: lautliche (Über)Anpassung in den Vertriebenenfamilien

3.3.3    Morphosyntax des Regiolekts bei Alteingesessenen und Vertriebenen

4.   Was bleibt von den Herkunftsvarietäten der Vertriebenen? Relikte der Herkunftsregiolekte im mecklenburgischen Sprachkontakt

4.1   Remanente Merkmale der Herkunftsregiolekte im Wortschatz, in der Morphologie und der Phonetik

4.1.1    „Verliert sich alles“ – zu Tradierung und Transfer des regiolektalen Wortschatzes aus den Herkunfts­regionen der Vertriebenen

4.1.2    Bissle, Mädel und Franzl – „süddeutsche“ Diminutivendungen im mecklenburgischen Norden

4.1.3    „Die können das Ü nicht aussprechen“ – entrundete Vordervokale als Relikte der Herkunftsvarietäten der Vertriebenen

4.2   Resümee zu Tradierung und Transfer von Elementen der Herkunftsvarietäten: durchgreifender Abbau nichtmecklenburgischer Varianten

5.   Strukturwandel des mecklenburgischen Niederdeutsch im Varietätenkontakt seit dem 19. Jahrhundert

5.1   Entwicklungen im Wortschatz des mecklenburgischen Niederdeutsch

5.1.1    Buddel Win, lege Tiden, dot bläben – zum Gebrauch exklusiv niederdeutscher Lexeme

5.1.2    Am miirsten liirt – zwei lexikalische Besonderheiten des Niederdeutschen in ihrer Entwicklung

5.1.3     Fiirnsain, Feernsain, Feernkiken, Fiirnkiken, Feernseen – zur Integra­tion standarddeutscher Lexeme ins Niederdeutsche am Beispiel von Fernsehen

5.2   Morphosyntax: ausgewählte Variablen

5.2.1    Können ji oder könnt ji? – Verlust des ostniederdeutschen Einheits­plurals der Verben

5.2.2    Von et zu dat und wieder zurück? – Die Realisierung des Pronomens der dritten Person Singular Neutrum im mecklenburgischen Niederdeutsch

5.3   Phonetik / Phonologie: ausgewählte Variablen

5.3.1    „Das Hauptkennzeichen der mecklenburgischen Mundart“ – zur neueren Entwicklung der Vokalhebung vor r

5.3.2    „meihen, meiden W, meigen O mähen – Varianten der Hiattilgung im mecklenburgischen Niederdeutsch

5.3.3    Von ik bün zu ik bin – runde Vordervokale im mecklenburgischen Niederdeutsch

5.3.4    Vom Zungenspitzen-r zum Zäpfchen-r – auch im Niederdeutschen

5.3.5    „S-tolpern übern s-pitzen S-tein“ auf Platt – Abbau und Revitali­sie­rung des alveolaren s vor t und Folgevokal

5.3.6    Woche, sich und –lich statt Wäk, sik und –lik – Lautwandel von niederdeutschem k zu hochdeutschem ch in Einzellexemen und Morphemen

5.4   Resümee zur Entwicklung des Niederdeutschen unter dem Druck der Kontaktvarietäten

5.4.1    Standardadvergenz als dominanter Entwicklungstrend im Nieder­deutsch der alteingesessenen Mecklenburgerinnen und Mecklenburger

5.4.2    Zwischen Adaption und Archaisierung – das erworbene Niederdeutsch in den Familien Vertriebener

6.   Schlussfazit – Strukturwandel der mecklenburgischen Regionalsprache seit dem Zweiten Weltkrieg

7.   Verzeichnis der Abbildungen, Karten und Tabellen

7.1   Verzeichnis der Abbildungen (Diagramme)

7.2   Verzeichnis der Karten und Tabellen

8.   Literaturverzeichnis

9.   Anhang

9.1   Siglenverzeichnis

9.2   Transkriptionskonventionen

9.2.1    Regeln zur orthographischen Transkription der regiolektalen Äußerungen

9.2.2    Transkriptionskonventionen für die Verschriftlichung nieder­deutscher Äußerungen, Wenkerübersetzungen und Dialekterzählungen

9.3   Fragebogen zum Gebrauch einzelner Wörter

9.4   Vorlage für die Wenkerübersetzungen