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Der Asyldiskurs in Deutschland

Eine medienlinguistische Untersuchung von Pressetexten, Onlineforen und Polit-Talkshows

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Maria Becker

Das Buch beschäftigt sich mit dem in den Jahren 2013 und 2014 in Deutschland geführten Asyldiskurs. Obwohl nur wenige Menschen in Deutschland direkten Kontakt zu Asylbewerbern haben, haben die meisten eine dezidierte Meinung zu Asylbewerberheimen, Asylbewerberzahlen oder dem Asylrecht. Dies lässt sich in erster Linie auf die Rezeption von Medieninhalten als meinungsprägende Instanzen zurückführen. Diesen sich in den Medien konstituierenden Asyldiskurs nimmt das Werk in den Blick. Durch die Kombination korpuslinguistischer und hermeneutischer Verfahren werden die Versuche der Diskursakteure, die im Asyldiskurs zentralen Konzepte Verantwortung, Angst und Fremdenfeindlichkeit verschiedentlich zu prägen und dominant zu setzen, analysiert. Dabei zeigt sich, dass die auf diese Konzepte verweisenden Ausdrücke durch ihren häufigen Gebrauch im Asyldiskurs ganz eigene Spezifika der Verwendung entwickeln und eingesetzt werden, um Prozesse der Wissensgenerierung und kollektive Einstellungen zu instruieren.
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0. Abstract

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Ausgehend von der Prämisse, dass das entscheidende Medium unserer Wissenskonstitution die natürliche Sprache ist, beschäftigt sich diese Arbeit mit dem in Deutschland geführten Asyldiskurs in den Jahren 2013 und 2014. Mithilfe diskurs- und korpuslinguistischer Verfahren werden dabei sprachliche Strategien der Konstituierung von Wissen und der Durchsetzung von Geltungsansprüchen erarbeitet, die wiederum Aufschluss über Einstellungen, Denkweisen und Wissensformationen der Diskursteilnehmer bezüglich der Asylthematik geben. Um den Anspruch der Diskurslinguistik, den Einfluss von Sprache auf Wissen offenzulegen, hinsichtlich geschriebener und gesprochener Sprache umzusetzen, umfasst die Datengrundlage dabei sowohl Pressetexte und Diskussionen in Onlineforen als auch Polit-Talkshows. Durch die Kombination qualitativer, hermeneutischer sowie quantitativer, korpuslinguistischer Verfahren werden die verschiedenen Dimensionen und Perspektivierungsversuche der im Asyldiskurs zentralen Konzepte ›Verantwortung‹, ›Angst‹ und ›Fremdenfeindlichkeit‹ und die damit verbundenen agonalen Zentren aufgespürt und analysiert. Dabei zeigt sich, dass die auf diese Konzepte verweisenden Ausdrücke durch ihren häufigen Gebrauch ganz eigene Spezifika der Verwendung im Asyldiskurs entwickeln und im Sinne eines Wettstreits diskursiv geprägter Weltausschnitte von den Diskursakteuren in unterschiedlichen Ko- und Kontexten eingesetzt werden, um verschiedene, miteinander konfligierende Konzepte zu etablieren, dominant zu setzen und auf diese Weise Prozesse der Wissensgenerierung und kollektive Einstellungen zu instruieren.

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