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Von «schöner Vielfalt» zu prekärer Heterogenität

Bildungsprozesse in pluraler Gesellschaft

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Edited By Bettina Brandstetter, Franz Gmainer-Pranzl and Ulrike Greiner

Dieser Sammelband mit Beiträgen der interdisziplinären Tagung «Von ‹schöner Vielfalt› zu prekärer Heterogenität» (Universität Salzburg, 2017) fragt danach, wie Bildungsprozesse in einer pluralen Gesellschaft möglich sind. Die entscheidende Herausforderung ist nicht eine «schöne Vielfalt», sondern eine prekäre Heterogenität, die den Zusammenhalt und die Verständigung in der gegenwärtigen Gesellschaft in Frage stellt. Ein zentrales Ergebnis dieser interdisziplinären Auseinandersetzung besteht in der Erkenntnis, Heterogenität als Chance zu sehen und Bildungsprozesse im Kontext (inter-)kultureller und sozialer Spannungen zu ermöglichen. Bildung heißt, sich verschiedenen, ja widersprüchlichen Erfahrungen und Lebenskontexten zu stellen und von daher eine neue Qualität von Wissen, Kritikfähigkeit und Lernkompetenz zu entwickeln.

Vielfalt und Ungleichheit in Schule und Unterricht. Konzeptklärungen, empirische Befunden und Überlegungen zum konstruktiven Umgang mit Heterogenität (Alois Buholzer) – Fragmentierung und Differenzierung in der Rechtfertigung öffentlicher Herrschaft. Öffentliche Gewalt zwischen schöner Vielfalt und prekärer Heterogenität (Stephan Kirste) – Wer hat hier die Definitionsmacht? Subjektivierungen und ihre Ordnungen in der interkulturellen Bildungspartnerschaft (Bettina Brandstetter) – Zum Umgang mit studentischer Diversität an der Universität Salzburg. Empirische Studienergebnisse zu Erfahrungen von Inklusion und Exklusion (Wolfgang Aschauer/Manfred Oberlechner) – Strukturelle Heterogenität und fragmentierende Entwicklung: zur Relevanz eines entwicklungspolitischen Konzepts für die Analyse neoliberaler Globalisierung (Stefanie Hürtgen) – Kategoriale Heterogenität und/oder relationale Differenz: Bildungsforschung und Lehrerhandeln im Dialog – Theoretische Zugänge praxeologisch verstehen (Ulrike Greiner) – Bildungstheorie – zwischen Empirie und Philosophie (Oskar Dangl) – Bildung und Kultur. Zur Beziehung zweier umkämpfter Begriffe und deren Bedeutung für die Herausforderung gesellschaftlicher Pluralität (Barbara Schellhammer) – Lernen und Leistung sind verschieden: Was Lehrpersonen darüber wissen und wie man ihr Wissen hierzu erforscht (Ulrike Greiner/Michaela Katstaller/Fabio Nagele) – Vielfalt in Österreichs Klassenzimmern: eine datengestützte Anamnese und ein evidenzorientierter Ausblick (Claudia Schreiner/Christian Wiesner) – Bildungsungleichheiten aus gerechtigkeitstheoretischer Perspektive (Nancy Andrianne) – (Re)Produktion von Prekarität durch exkludierende und diskriminierende Differenzsetzungen in und außerhalb von Klassenzimmern – ungenützte Wege zur Produktion von Bildungsgerechtigkeit (Renate Hofer-Truttenberger/Thomas Schlager-Weidinger) – Gesellschaftskonstruktionen von Pädagogik in der Migrationsgesellschaft als kritischer Aufklärungsdiskurs (Manfred Oberlechner) – Subjekt – Medium – Migration. Zum migrantischen Selbstentwurf im medialen Rahmen und seine Bedeutung im schulischen Handlungskontext (Doreen Cerny) – Archaisierende Männlichkeiten, Antiislamismus und der Körper der Frauen (Gabriele Sorgo) – Das Menschenrecht auf Bildung in tertiären Bildungseinrichtungen mit dem Fokus auf Studierenden mit Behinderungen. Ein Bericht aus der Praxis (Christine Steger) – Global Citizenship Education – Bildung für eine pluriverse Welt? (Julia Schöneberg) – Religionsunterricht als Werkzeug der Integration im Kontext gesellschaftlicher Heterogenität (Andreas Grassmann) – Schulischer Religionsunterricht in der Schweiz zwischen konfessionellem Paradigma und öffentlicher Schule (Barbara Koller) – Islamische Religionspädagogik im pluralen Kontext (Mevlida Mešanović) – Verunsicherungskompetenz. Interreligiöse Spiritualität im hochschuldidaktischen Handeln (Ursula Rapp) – Die Wahrheit Gottes in den Zwischenräumen suchen. Über die Epistemologie interkultureller Theologie (Claudia Jahnel) – Gesellschaftliche und religiöse Heterogenität als Lernfeld interkultureller Theologie (Franz Gmainer-Pranzl) – Fremdheitserfahrungen als Anlass für Bildungsprozesse? (Cornelia Brandstötter/Ricarda Gugg) – Den Religionsunterricht weiterdenken. Schulischer Religionsunterricht zwischen konfessioneller Verortung und gesellschaftlicher Vielfalt (Matteo Carmignola) – Rechtspopulismus als Gefahr für die Demokratie? Herausforderung und Bedeutung für die Politische Bildung (Christina-Marie Juen) – Rassismustheorien, Orientalismus und Postcolonial Theories und ihre Relevanz für die Interkulturelle Pädagogik (Emin Elfeshawi)