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Elias Hirschl: Content. Roman. Zsolnay: Wien 2024, 224 S.

10 Seiten
Open Access
Journal: Jahrbuch für Internationale Germanistik Band 57 Ausgabe 1 Erscheinungsjahr 2025 pp. 309 - 318

Zusammenfassung

Elias Hirschls 2024 im Zsolnay Verlag erschienener Roman Content ist von Widersprüchen und ironischen Mehrdeutigkeiten durchzogen. Dieser literarische Modus deutet sich bereits im Titel an: ‚Content‘ bedeutet wörtlich übersetzt ‚Inhalt‘ und bezeichnet gemeinhin verschiedene Formen von Medieninhalten, die hauptsächlich über das Internet Verbreitung finden, also im Grunde „alles, was sich auf einem Telefon, einem Pad, einem Laptop oder auf sonst einem Computer abrufen lässt.“1 Paradoxerweise wird der Anglizismus vor allem für diejenigen digitalen Erzeugnisse verwendet, die sich gerade nicht durch ihre inhaltliche Qualität, sondern durch eine gewisse Inhaltsleere auszeichnen. Diese Art von oberflächlichem Internet-Content zielt in erster Linie auf leichte Konsumierbarkeit und hohe Klickzahlen ab. Unter dem Diktat des viel beschworenen Algorithmus gerät die Produktion von Content schließlich zum kapitalistischen Selbstzweck und hat nur noch wenig mit originärer Kreativität zu tun. Mit seiner Titelwahl macht Elias Hirschl nicht nur das Internet zum zentralen Thema seines Romans, sondern wirft darüber hinaus auch Fragen auf, die mit dem zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz eine neue Dringlichkeit erhalten: Welche Bedeutung hat Literatur im digitalen Zeitalter? Ist Literatur Content? Und kann Content Literatur sein?

Details

Seiten
10
DOI
10.3726/JIG571_309
Erscheinungsdatum
2025 (September)
Produktsicherheit
Peter Lang Group AG
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Titel: Elias Hirschl: Content. Roman. Zsolnay: Wien 2024, 224 S.