Jans von Wien, Fürstenbuch, nach dem Codex Vindobonensis 2733 hrsg., übersetzt, mit Anmerkungen und einer Einleitung versehen von Fritz Peter Knapp. Praesens Textbibliothek, 12. Wien: Praesens, 2025, 349 S.
2 Seiten
Open Access
Journal:
Mediaevistik
Band 39
Ausgabe 1
Erscheinungsjahr 2026
pp. 456 - 457
Zusammenfassung
In seinem Fürstenbuch von ca. 1277–1280 hat der Wiener Dichter Jans (Enikel) eine durchaus angesehene Chronik erstellt, auch wenn sie fragmentarisch geblieben ist. Das Werk ist in sieben Handschriften erhalten geblieben, und Fritz Peter Knapp hat es nun erneut nach der Handschrift in der Österreichischen Nationalbibliothek, Cod. 2733 (fol. 13r–102r) aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts herausgegeben und ins Neuhochdeutsche übersetzt. Für beides können wir nur dankbar sein, denn das Werk ist doch nur sehr wenig wissenschaftlich untersucht oder in der akademischen Lehre behandelt worden. Allerdings scheint mir die Sprache des Autors sehr verständlich zu sein, auch für heutige Leser: “v wil mein zung des niht verdagen, / si welle uon Ostereiche sagen / vnd von dem werden Steirlant, / wan ich ez an der kroniken vant / . . . ” (1-4). Wortwörtlich besagt dies: Nun will meine Zunge dies nicht verheimlichen, sie will von Österreich berichten und von dem würdigen Steierland, wie ich es in der Chronik fand . . . . Knapp formuliert es etwas eleganter: “Nunmehr möchte meine Zunge es nicht verschweigen, sondern von Österreich [ ] erzählen und von der edlen Steiermark [ ]. Denn ich fand es in der Chronik . . .”. Man bedarf nur leichter Anpassungen, um den Text mühelos zu verstehen, aber wahrscheinlich ist all dies sogar in deutschsprachigen Ländern heute nicht mehr möglich, und daher sind Knapps Bemühungen sehr willkommen. Sogar österreichische Dialektsprecher scheinen Schwierigkeiten mit diesem Sprachstand zu haben.
Details
- Seiten
- 2
- DOI
- 10.3726/med.2026.01.123
- Open Access
- CC-BY
- Erscheinungsdatum
- 2026 (August)
- Produktsicherheit
- Peter Lang Group AG