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Helga Mitterbauer (Hrsg.): Franz Blei: Ideen – Werk – Netzwerk. Berlin: Frank & Thimme 2024, 424 S. (=Forum Österreich 20.)

von Hartmut Walravens (Autor:in)
4 Seiten
Open Access
Journal: Jahrbuch für Internationale Germanistik Band 58 Ausgabe 2 Erscheinungsjahr 2026 pp. 386 - 389

Zusammenfassung

Der Titel mag auf den ersten Blick als zu weit und wenig aussagekräftig erscheinen; auf den zweiten Blick muss man der als Blei-Kennerin bekannten Herausgeberin unbedingt zustimmen: Franz Blei (1871–1942) sprudelte über vor Ideen, wie vorzüglich sein Briefwechsel mit Verlagen belegt; sein Werk ist formal und thematisch vielfältig: Lyrik und Prosa, Essays, Theaterstücke, Satire, Kulturgeschichte, Biographien, Feuilleton, Übersetzungen, Editionen; und schließlich das weitgespannte Netz von Korrespondenten, Bekannten, Freunden, Verlegern, kombiniert mit einem Gespür zur Einschätzung von Persönlichkeiten und Talenten, sowie der Fähigkeit, sinnvolle und erfolgreiche Kontakte und Verbindungen zu schaffen. Seinerzeit ein bekannter Schriftsteller, vielleicht auch weil viele seiner Arbeiten, besonders auch der herausgegebenen und übersetzten Werke, einen erotischen Anklang hatten, so war er schon Anfang der 1930er Jahre weitgehend passé; 1932 emigrierte er über Mallorca, Italien und Süd-Frankreich mit Hilfe seiner in Portugal lebenden Tochter in die USA, wo er bereits 1942 in East Meadow, Long Island, New York starb. Am bekanntesten ist heute von seinen Schriften am ehesten Das große Bestiarium der modernen Literatur (4. Aufl. 1922), in dem er das mittelalterliche Genre des Bestiariums in satirischer Weise für die Literaturkritik fruchtbar gemacht hat. So ist es schon fast erstaunlich, dass in den letzten Dekaden die literarhistorische Beschäftigung mit Blei zugenommen hat; unter den Publikationen sind in der Mehrzahl Briefausgaben und Sammelbände, wie auch der vorliegende Band, der auf ein Symposium an der Université libre in Brüssel 2022 zurückgeht, wo Frau Mitterbauer als Professorin tätig ist. So gibt es also noch Forschungsbedarf, denn viele Einzelfragen und Details sind noch ungeklärt; am Schluss ihrer Einleitung nennt die Herausgeberin überdies noch einige Themenbereiche, die weitere Untersuchung erfordern: das Spätwerk, etwa die Die Erzählung eines Lebens (1931) und die Romane Talleyrand (1932) und Das trojanische Pferd (1938), Bleis Beiträge zum Theater, seine Essays und Porträts, seine Verwendung der Maske und des Maskenspiels, der Satire und Ironie und schließlich der Erotik, die zeitweise gewissermaßen sein Markenzeichen war.

Details

Seiten
4
DOI
10.3726/JIG582_386
Open Access
CC-BY
Erscheinungsdatum
2026 (August)
Schlagworte
helga mitterbauer hrsg franz blei ideen werk netzwerk berlin frank thimme österreich
Produktsicherheit
Peter Lang Group AG

Biographische Angaben

Hartmut Walravens (Autor:in)

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Titel: Helga Mitterbauer (Hrsg.): Franz Blei: Ideen – Werk – Netzwerk. Berlin: Frank & Thimme 2024, 424 S. (=Forum Österreich 20.)