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Die Basler Mission und der Erste Weltkrieg.

Die Verwendung der Berichte des aus Kamerun deportierten Missionspersonals für die deutsche Kriegspropaganda

von Felicity Jensz (Autor:in)
24 Seiten
Open Access
Journal: Zeitschrift für Weltgeschichte Band 25 Ausgabe 1 Erscheinungsjahr 2026 pp. 81 - 104

Zusammenfassung

Spätestens seit den 1980er-Jahren wurde in der deutschsprachigen Forschung die enge, aber komplexe Beziehung zwischen Mission und Imperialismus in der Kaiserzeit erforscht. Insgesamt stimmt die Forschung darin überein, dass die christlich-evangelische Mission überwiegend in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den verschiedenen Kolonialregierungen stand. In der Zeit des Hochimperialismus arbeiteten deutsche christliche Missionswerke und -gesellschaften in mehreren Kolonien unter verschiedenen Kolonialreichen. So arbeitete beispielsweise die Herrnhuter Brüdergemeine (auch Brüder-Unität genannt) Ende des 19. Jahrhunderts in Kolonien unter sowohl britischer, niederländischer als auch deutscher Herrschaft. Außerdem gab es viele ausländische Missionsgesellschaften, die in fremden Kolonien tätig waren, zum Beispiel britische, französische, amerikanische und schweizerische Missionsgesellschaften. Die Arbeit unter verschiedenen Kolonialregierungen erforderte die Fähigkeit, sich an unterschiedliche Normen, Vorschriften und Erwartungen anzupassen und verlangte vor allem Flexibilität von den Missionsgesellschaften, wenn sie von den Kolonialregierungen toleriert oder geschützt werden wollten. In neueren Studien werden besonders die internationalen Verflechtungen evangelischer Missionsgesellschaften betont. Im Fokus stehen dabei eher die globalen Kontexte der Missionsarbeit und weniger das Zusammenspiel von Kolonie und Metropole. Diese Forschung spiegelt somit breitere globale Verbindungen wider, die über nationale Kontexte und institutionelle Grenzen hinausgehen. Solche Ansätze, die auf Transnationalität, wechselseitige Transfers, globale Netzwerke und lokale Akteurinnen und Akteure fokussieren, stehen im Mittelpunkt der sogenannten „Neuen Missionsgeschichte“, das heißt einer Missionsgeschichte, die aus kulturgeschichtlicher Perspektive geschrieben wird, die Religion ernst nimmt, aber über eine kirchengeschichtliche Perspektive der Missionsgeschichte hinausblickt. In Anbetracht des transnationalen, globalen und interdependenten Charakters der christlichen Mission ist es besonders fruchtbar zu fragen, wie sich die politische Rolle von Missionarinnen und Missionaren sowie Missionsorganisationen in Krisenzeiten, wie zum Beispiel im Krieg, verändert, verringert oder verstärkt hat.

Details

Seiten
24
DOI
10.3726/ZWG0120266
Open Access
CC-BY
Erscheinungsdatum
2026 (August)
Schlagworte
basler mission erste weltkrieg verwendung berichte kamerun missionspersonals kriegspropaganda
Produktsicherheit
Peter Lang Group AG

Biographische Angaben

Felicity Jensz (Autor:in)

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Titel: Die Basler Mission und der Erste Weltkrieg.