Ästhetische Bildung im Anthropozän
Klima als Gegenstand bildender Erfahrung
10 Seiten
Open Access
Journal:
Pädagogische Rundschau
Band 80
Ausgabe 5
Erscheinungsjahr 2026
pp. 579 - 588
Zusammenfassung
Mehrmonatige Reisen im Anschluss an den Abschluss der Schullaufbahn – zumeist nach dem Abitur – sind längst Teil eines biografischen Repertoires geworden, das an eine bestimmte generationelle Kohorte und ein bestimmtes sozioökonomisches Milieu gebunden zu sein scheint und dort geradezu als selbstverständlicher Übergangsritus praktiziert wird. Auch die Erfahrung der Autorin fügt sich rückblickend bruchlos in dieses Muster ein. In diesem Kontext reiste sie am 4. Juli 2011, dem amerikanischen Nationalfeiertag, nach Boston, Massachusetts und brach zwei Wochen später zu einer Fahrt auf, die zunächst von Boston nach Chicago und von dort auf der Route 66 bis nach Los Angeles führen sollte. Eine Freundin hatte vorab ein Auto gekauft – alt, günstig, ohne Klimaanlage. Was zunächst wie eine marginale Randnotiz erscheint, erwies sich auf dieser Reise als zentrale Erfahrung. Über mehrere tausend Kilometer hinweg waren wir dem Wetter und dem Klima ohne technische Abschirmung ausgesetzt. Besonders eindrücklich wurde dies bei der Durchquerung des Death Valley, einer der heißesten Regionen der Erde im Südosten Kaliforniens. Die Hitze ließ sich nicht regulieren, nicht ausblenden, nicht kompensieren. Sie drängte sich dem Körper auf, strukturierte Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Erschöpfung. Klima war hier nicht Hintergrundbedingung, sondern unmittelbare, leiblich erfahrbare Realität.
Details
- Seiten
- 10
- DOI
- 10.3726/PR052026.0055
- Open Access
- CC-BY
- Erscheinungsdatum
- 2026 (September)
- Schlagworte
- ästhetische bildung anthropozän klima gegenstand erfahrung
- Produktsicherheit
- Peter Lang Group AG