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Nachhaltiger Konsum und Lebensstile in der Schweiz

Eine soziologische Betrachtung individueller Selbstwahrnehmung des «Lifestyle of Health and Sustainability»

Series:

Evelyn Markoni

Saisonales Gemüse aus dem Bioladen, Carsharing und Ökostrom: Konsumierende, die bewusst dem Leitbild der Nachhaltigkeit Genüge leisten wollen, verfolgen mit ihren Kauf- und Lebensstilentscheidungen ökologische und soziale Prinzipien.

Die Autorin setzt sich in ihrer Dissertation intensiv mit zentralen Fragen zum nachhaltigen Konsum und zu nachhaltigen Lebensstilen in der Schweiz auseinander. Dies in den Bereichen Ernährung, Wohnen und Mobilität, da hier Konsumierende auf individueller Ebene grossen Einfluss nehmen können. Als Beispiel dienen die LOHAS, die als Einzelpersonen und als Gruppe für den Lifestyle of Health and Sustainability stehen. Deren Anspruch an einen nachhaltigen Konsum erforscht die Autorin anhand zahlreicher Interviews. Dabei geht es ihr um Vorstellungen, Verhaltensweisen und Widersprüchlichkeiten im Konsumverhalten. Diese sind oftmals auf individuelle Faktoren, strukturelle Gegebenheiten, aber auch auf geltende Konventionen zurückzuführen. Die LOHAS tragen so zu einem besseren Verständnis von einem breitenwirksamen Anspruch an einen nachhaltigen Konsum und nachhaltiger Lebensstile bei.

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5 Mein Passivhaus, mein Carsharing-Abonnement und mein Biokorb

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Wie in den Falldarstellungen ersichtlich, haben die Experten ein unterschiedliches Verständnis von einem nachhaltigen Konsum und setzen ihre Ansprüche in den Handlungsfeldern Ernährung, Wohnen und Mobilität individuell um. Dabei sind sie mit Hürden konfrontiert und sehen Handlungsbedarf. Dennoch existieren Leuchtturmthemen, wie eine biologische Ernährung, die für den Experten selbst, aber auch für die Umwelt gesünder zu sein scheint, so die Experten. Auch das Carsharing-Abonnement ist für die meisten der Experten ein Thema sowie der Wunsch nach einem nachhaltigen Wohnen, wobei gerade hier oftmals finanzielle Hürden die Umsetzung erschweren. Unter den Experten sind weniger Verdienende und sie haben unterschiedliche Bildungsabschlüsse. Ihre Werte sind äusserlich nicht ersichtlich im Vergleich zur Umweltbewegung der 80er Jahre. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Leuchtturmthemen nachhaltigen Konsums, den individuellen Motivationsdimensionen und setzt sich kritisch mit dem Kapital Bourdieus in Hinblick auf den Lebensstil der LOHAS auseinander. Die Auswertung erfolgte mithilfe der Grounded Theory, die dabei half, sowohl die Leuchtturmthemen als auch die Motivationsdimensionen zu ermitteln.

5.1 Leuchtturmthemen nachhaltigen Konsums

Im Rahmen meiner Interviews mit den Experten wurden in den drei Handlungsfeldern Ernährung, Wohnen und Mobilität Leuchtturmthemen genannt. Leuchtturmthemen sind Themen, die für die Experten von besonderer Bedeutung sind. Sie definieren mithilfe dieser Themen ihren Anspruch an einen nachhaltigen Konsum. Im Bereich Ernährung sind es biologische, regionale, saisonale, frische und gesunde Produkte, ← 161 | 162 → eine Transparenz innerhalb der Wertschöpfungskette, das Thema Lebensmittelverschwendung, die...

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