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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Zürich 2015

Exil als Schicksalsreise. Alfred Döblin und das literarische Exil 1933–1950

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Edited By Sabina Becker and Sabine Schneider

Einerseits gehörte Alfred Döblin nicht zu jener Gruppe von Autoren, die das Exil als einen ‚Weg ohne Rückkehr‘ oder gar als Chance erfuhr. Er ist andererseits aber auch nicht zu jenen Schriftstellern zu zählen, die in der Emigration völlig verstummten. Aufgrund seiner Bedeutung für die literarische Epoche des Exils ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Exilpositionen und -werken dieses Autors perspektivenreich. Döblins Werke werden im Kontext der Themen, Genres, Projekte, politischen Ausrichtung und kulturellen Tendenzen des gesamten Exils diskutiert, sein Wirken im Umfeld der Debatten und weiteren Aktivitäten der Exilierten verortet.
Der Band dokumentiert das 20. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2015 zum Thema „Exil als Schicksalsreise. Alfred Döblin und das literarische Exil 1933–1950“ in Zürich tagte.

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Alfred Döblins medizinische Ausbildung dargestellt anhand von Quellen (Von Christina Althen)

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Alfred Döblins medizinische Ausbildung dargestellt anhand von Quellen

Christina Althen

Abstract: Archivalien aus Berlin, Freiburg und Marbach widerlegen die Behauptung, Döblin habe sich schon in seiner Freiburger Studienzeit auf Neurologie und Psychiatrie spezialisiert. Er bildete sich als Allgemeinmediziner aus. Innere Medizin, Psychiatrie, Biochemie, Frauenheilkunde und vor allen Dingen Allgemeine Medizin prägen den Beginn seiner ärztlichen Tätigkeit. Durch seine Grundlagenforschung in der Inneren Medizin legte er in seiner klinischen Zeit die Basis für eine medizinwissenschaftliche Karriere.

Über Döblins Medizinstudium ist bisher im Einzelnen wenig bekannt. Der Döblin-Katalog von 1978 konstatiert eine „frühe Spezialisierung auf Neurologie und Psychiatrie“ schon in der Studienzeit1 und bezieht sich dabei auf eine Äußerung Döblins aus dem Jahr 1951,2 die hier jedoch irreführend gewirkt hat. Hinweise von Medizinern, die sich mit seinem ärztlichen Werdegang befassten, wurden in der Döblinforschung nicht aufgegriffen, was nicht zuletzt unter interdisziplinärer Sicht bedauerlich ist. 1982 konstatierte der Döblin noch betreuende Nervenfacharzt Harald Neumann (von 1955 bis 1980 am Psychiatrischen Landeskrankenhaus Emmendingen tätig), die Behauptung einer frühen Spezialisierung sei ungenau und unrichtig. Dies bekräftigte Norbert Klause, Arzt für Innere Medizin und Nephrologie, 2007 in Emmendingen; er hebt zudem den wissenschaftlichen Stellenwert von Döblins internistischen und biochemischen Arbeiten hervor, die auch international Beachtung fanden.3 Mediziner warnen darüber hinaus vor einem „Interpretationsartefakt“, d. h. ← 27 | 28 → Schlüsse aus der vermeintlichen frühen Spezialisierung...

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