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Simpliciana XXXVIII (2016)

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Edited By Peter Heßelmann

Dieser Jahrgangsband der Simpliciana enthält 19 Vorträge, die während der interdisziplinären Tagung zum Thema «Schuld und Sühne im Werk Grimmelshausens und in der Literatur der Frühen Neuzeit» vom 23. bis zum 25. Juni 2016 in Oberkirch und Renchen gehalten wurden. Darüber hinaus fanden zehn weitere Beiträge Eingang in das neue Jahrbuch. In der Rubrik «Rezensionen und Hinweise auf Bücher» werden wie gewohnt Besprechungen von Neuerscheinungen zum simplicianischen Erzähler, zu weiteren Autoren und zur Literatur- und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit veröffentlicht.

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Kapitalverbrechen ohne Sühne. Grimmelshausens Olivier als „gottloser Machiavellist“ (Klaus Haberkamm)

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KLAUS HABERKAMM (Münster)

Kapitalverbrechen ohne Sühne. Grimmelshausens Olivier als „gottloser Machiavellist“

„That Terminator is out there. It can´t be bargained with. It can´t be reasoned with. It doesn´t feel pity or remorse or fear. And it absolutely will not stop, ever […].“

(James Cameron: Terminator)

I.        Vorbemerkung

An dem Giganten der Machtphilosophie Machiavelli1 konnte Grimmelshausen – wie die gesamte Frühe Neuzeit seit dem erscheinen des Principe,2 später dann in Deutschland etwa Friedrich der Große und noch Herder, Hegel und Fichte – in seinen Schriften nicht vorbeigehen. Auch er meinte sich dem politiktheoretischen agent provocateur stellen zu müssen. Entsprechend hat sich die literaturwissenschaftliche Forschung der direkten oder indirekten Beziehung zwischen beiden Auto ← 31 | 32 → ren relativ zahlreich, partiell eingehend und insgesamt ergiebig gewidmet. Im Mittelpunkt des Interesses hat dabei naheliegenderweise der Traktat Ratio Status gestanden – vereinzelt mit dem Fokus auf dem „Angehängte[n] Discurs vom Favoriten Sabud“. Weniger wurde, ebenso plausibel, der Teutsche Friedens-Rath auf mögliche machiavell(ist)ische Konnotationen in der Redaktion des schauenburgischen Schaffners untersucht. Aufs Ganze gesehen eher kursorisch fand schließlich der Simplicissimus Teutsch, genauer dessen Olivier-Narrativ, unter diesem Aspekt Beachtung. In allen diesen Fällen wurde meist, lediglich ausgehend vom Stichwort „Machiavelli“ in Grimmelshausens Text, unter Aufbietung eines beträchtlichen Begriffsapparates und einer Fülle historischen Vergleichsmaterials ein diskursiver Ansatz gewählt. Das Abstraktionsniveau der jeweiligen Reflexionen war demgemäß hoch, doch wurde dadurch beim Roman das Risiko...

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