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Kulturbegegnung und Kulturkonflikt im (post-)kolonialen Kriminalroman

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Michaela Holdenried, Barbara Korte and Carlotta von Maltzan

Kriminalliteratur bietet seit längerem ein Forum für die Behandlung schon ‚klassischer‘ postkolonialer Themen. So lassen sich die ProtagonistInnen vielfach als hybride Subjekte beschreiben, und die Suche nach ‚historischer Wahrheit‘ bedarf einer anderen Substruktion als der einfachen Antithetik von Gut und Böse. Darüber hinaus sind die im Verschwinden begriffenen ehemals klar getrennten kolonialen Räume in postkolonialer Kriminalliteratur zwar solche des Kulturkonflikts; die ‚liminalen‘ Räume, die Kontaktzonen, mutieren aber keineswegs ersatzweise zu idyllischen Orten: Vielmehr sind sie gegen Konflikte ebenso wenig gefeit. Kriminalliteratur ist daher ein ideales Labor für postkoloniale Narrative, die Elemente postmoderner Ästhetik mit einem starken Interesse an sozialen Ungleichgewichten verbinden.
Der Band versammelt zwölf auf Deutsch und Englisch verfasste wissenschaftliche Beiträge zum postkolonialen Kriminalroman sowie ein Interview mit dem südafrikanischen Krimiautor Deon Meyer.

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Ermittlungen in Lappland. Samen und Tornedalfinnen im schwedischen Kriminalroman (Joachim Grage)

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JOACHIM GRAGE

Ermittlungen in Lappland. Samen und Tornedalfinnen im schwedischen Kriminalroman

Abstract

Der Beitrag untersucht die Darstellung von postkolonialen Kulturkonflikten in einem Land, das selbst keine nennenswerte koloniale Geschichte hat. In den letzten zehn Jahren widmen sich schwedische Kriminalromane ethnischen und nationalen Minderheiten, die schon seit Jahrhunderten im eigenen Land leben. Am Beispiel von Mikael Niemis Roman Mannen som dog som en lax, der unter der finnischsprachigen Bevölkerung im nordschwedischen Tornedal spielt, und zwei Romanen Lars Petterssons, Kautokeino, en blodig kniv und Slaktmånad, in denen es um das schwierige Verhältnis zwischen der samischen Urbevölkerung und der modernen schwedischen Gesellschaft geht, wird der Zusammenhang zwischen kriminalistischer Erzählung und Gesellschaftsanalyse beleuchtet, und es wird gezeigt, dass die Vorstellungen von ethnischer oder nationaler Identität zunehmend in Frage gestellt werden.

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