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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Cambridge 2017

Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins

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Edited By Steffan Davies and David Midgley

Das Verhältnis Mensch – Natur und das Leben in einer technisierten Welt sind Themenbereiche, die Alfred Döblin in seinen Erzählwerken und Essays immer wieder – und in mannigfaltigen Beziehungen – erkundet hat. Die hier versammelten Beiträge bieten neue Einsichten in die Entwicklung von Döblins Natur- und Weltauffassung. Sie befassen sich mit seiner Aufarbeitung der mit der Technik verbundenen Wissenskultur und sozialer Praxis, mit den Beziehungen zwischen seiner Thematik und aktuellen Erörterungen des ‚Posthumanen’ sowie mit Aspekten seiner Erzählpraxis und ethischen Orientierung, die mit diesen Themen verbunden sind. Der Band dokumentiert das 21. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2017 zum Thema „Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins" in Cambridge, England, tagte.

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Ernest Schonfield: Das menschliche Gesicht bei Döblin, Sander und Lévinas

Das menschliche Gesicht bei Döblin, Sander und Lévinas

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Ernest Schonfield

Abstract: Dieser Beitrag befasst sich mit zwei Texten Döblins: erstens mit „Von Gesichtern, Bildern und ihrer Wahrheit“, Döblins Einleitung zum Fotobuch Antlitz der Zeit (1929) von August Sander, und zweitens mit der Erzählung „Der Dritte“ aus der Sammlung Ermordung einer Butterblume (1911). Als theoretischer Rahmen dient die Philosophie der Exteriorität von Emmanuel Lévinas, die in seinem Hauptwerk Totalität und Unendlichkeit (1961) dargelegt wird. Dabei wird versucht, einige Parallelen zwischen Döblins und Lévinas’ Werk zu ziehen. Von beiden Autoren wird immer wieder die ethische Verantwortung dem Anderen gegenüber thematisiert.

Keywords: Alfred Döblin, Emmanuel Lévinas, August Sander, Antlitz der Zeit, Der Dritte, Physiognomik

Ausgangspunkt dieses Beitrags ist die Einleitung, die Döblin für das Fotobuch Antlitz der Zeit. Sechzig Aufnahmen deutscher Menschen des 20. Jahrhunderts (1929) von August Sander verfasste. Diese Einleitung Döblins wird hier mit der Philosophie von Emmanuel Lévinas (1906–1995) in Beziehung gebracht, weil in beiden Fällen das menschliche Gesicht (oder Antlitz) im Zentrum der jeweiligen Ausführungen steht.

Soweit ich sehe, wurden Döblins Werke noch nie im Lichte von Lévinas’ Philosophie untersucht. Für Lévinas ist die Begegnung mit dem menschlichen Gesicht eine Erfahrung der Unendlichkeit. Er vertritt die Ansicht, dass das Gesicht des Anderen das Ich grundsätzlich in Frage stellt, weil es dem Ich den Blick – über jede Totalität hinaus – auf das Unendliche öffnet. Dies geht einher...

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