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Weichenstellungen

Die Krise der schweizerischen Eisenbahnen und ihre Bewältigung 1944-1982

Jonas Steinmann

Die Schweiz verfügt über eines der dichtesten Eisenbahnnetze der Welt. Dies ist keine Selbstverständlichkeit: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in fast allen Industrieländern zahlreiche Eisenbahnstrecken stillgelegt. Der motorisierte Individualverkehr triumphierte über das Massenverkehrsmittel aus dem 19. Jahrhundert. Dennoch blieben bei den Schweizer Eisenbahnen Streckenschliessungen grösseren Stils aus.
Das Buch untersucht die Antwort der Schweizerischen Politik auf die vermeintliche Agonie der Eisenbahnen vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die frühen 1980er-Jahre. Die Basis hierzu bildet eine quantitative Analyse der Schweizerischen Eisenbahnwirtschaft, gefolgt von der Darstellung eines umstrittenen «Stilllegungsfalles» mit Signalwirkung für die gesamtschweizerische Gesetzgebung. Der Politikvollzug, der von der Abkehr von reinen Wirtschaftlichkeitskriterien bei der Eisenbahnsubventionierung und der opportunistischen Ausdehnung der Staatshilfen auf einen grösseren Empfängerkreis geprägt war, bildet einen weiteren Schwerpunkt. Die Darstellung wird durch die Analyse der Triebkräfte hinter dem Wandel der Schweizerischen Bundesbahnen vom gemeinwirtschaftlichen Verwaltungsunternehmen zum ökologischen Massenverkehrsmittel mit einer ausgeprägten Management-Kultur vervollständigt.

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Inhaltsverzeichnis

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1 Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 1.1 Die Krise der Eisenbahnen und ihre Überwindung . . . . . . . . 11 1.2 Grundlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 1.2.1 Fragestellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 1.2.2 Untersuchungszeitraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 1.2.3 Begriffe: Bahnen und Unternehmen . . . . . . . . . . . . . . 18 1.2.4 Der Sinn theoriegeleiter Forschung . . . . . . . . . . . . . . . 22 1.3 Forschungsstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 1.4 Quellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 1.4.1 Quellen zur Politikgeschichte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 1.4.2 Statistische Quellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40 1.4.3 Zeitgenössische Fachliteratur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 1.5 Inhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 1.5.1 Die Datenbank Trainbase . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 1.5.2 Aufbau der Untersuchung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 1.5.3 Lesehilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 2 Ausgangspunkte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49 2.1 Grundlagen und Problemstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49 2.1.1 Fahrplan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 2.2 Die ,duale Struktur‘ der schweizerischen Eisenbahnwirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 2.2.1 Staatsbahn und Privatbahnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51 2.2.2 Ein Gross- und viele Kleinbetriebe . . . . . . . . . . . . . . . 54 2.2.3 Fazit: Zwei Sektoren – vergleichende Analysen . . . . . . 56 2.3 Verkehrsentwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 2.3.1 Die Entwicklung des Verkehrsaufkommens . . . . . . . . 58 2.3.2 Der ,modal split‘ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63 2.3.3 Fazit: Die Bahn – ein bedeutender Verkehrsträger . . . . 65 2.4 Kommerzielle Ergebnisse – Reaktion der Politik . . . . . . . . . . 65 2.4.1 Kränkelnde Privatbahnen und zeitweise rentable SBB . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 82.4.2 Politik und Defizite . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68 2.4.3 Hintergrund der Defizite . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83 2.4.4 Fazit: Asynchrone Staatsabhängigkeit . . . . . . . . . . . . 90 2.5 Infrastruktur und Investitionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 2.5.1 Verhaltener Ausbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 2.5.2 Das problematische Kriterium der Selbstfinanzierung . . 96 2.5.3 Fazit: Gehemmte Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . 103 2.6 Drei offene Fragen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105 3 Politik und Verwaltung im Widerspruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109 3.1 Bahnsanierungen in den Automobilbegeisterten 1950er und 1960er Jahren? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109 3.1.1 Obduktion eines politischen Entscheides . . . . . . . . . 112 3.1.2 Fahrplan . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115 3.2 Unterwalden um 1950: Ein abgeschiedenes Idyll . . . . . . . . 116 3.2.1 Relative Isolation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116 3.2.2 Vorindustrielle Wirtschaftsstruktur . . . . . . . . . . . . . . 119 3.3 Die ,Sanierung der Verkehrsverhältnisse‘ im Engelbergertal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121 3.3.1 Paradigmenwechsel an der Landsgemeinde 1934 . . . 121 3.3.2 Bundesrat Escher zwischen...

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