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Ethik in der Palliative Care

Theologische und medizinische Erkundungen

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Lea Siegmann-Würth

Palliative Care ist eine Antwort auf grundlegende Fragen der modernen Medizin: Wie weit wollen, sollen oder mMedizin: Wie weit wollen, sollen oder müssen wir Leben erhalten, verlängern und verbessern, wenn es von unheilbarer Krankheit, Alter oder Sterben begrenzt wird? Was wird für ein der menschlichen Würde und Freiheit gerecht werdendes Leben und Sterben gefordert? Ist alles medizinisch Machbare zu tun, oder widerspricht dies persönlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen von einem guten Leben und Sterben? Und dort, wo die heutige Medizin an ihre Grenzen stösst, wie gehen wir mit dem Leiden und Sterben um? Welche Bedürfnisse stehen in diesen Situationen im Vordergrund? Wie kann ihnen für möglichst alle entsprochen werden? Was ist wesentlich in der Beziehung, in Haltung und Verhalten zueinander zwischen jenen, die unheilbar krank sind, die gehen müssen, vielleicht wollen, und jenen, die sie in dieser Situation betreuen und begleiten? Das Buch «Ethik in der Palliative Care» gibt Antworten auf diese Fragen, indem es umfassend die historischen, medizinischen, ethischen und theologischen Hintergründe von Palliative Care beschreibt und ihren Stellenwert im Schweizer Gesundheitssystem dokumentiert.

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6. Die medizinisch-ethischen Richtlinien und Empfehlungen der SAMW zur Palliative Care 99

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99 6. Die medizinisch-ethischen Richtlinien und Empfehlungen der SAMW zur Palliative Care Der ethischen Auseinandersetzung mit einzelnen Gesichtspunkten der Palliative Care werden aufgrund ihrer Orientierungskraft für die medi- zinische Praxis die medizinisch-ethischen Richtlinien und Empfehlun- gen zur Palliative Care der Schweizerischen Akademie der Medizini- schen Wissenschaften (SAMW) vorangestellt. Sie wurden im Jahre 2006 definitiv verabschiedet. Der Adressatenkreis umfasst alle Personen, die in die Betreuung von schwer erkrankten Menschen im stationären und ambulanten Bereich involviert sind, insbesondere das medizinische Fachpersonal. Als Empfehlungen richten sie sich an die Institutionen des Gesundheitswesens, der Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie an politische Instanzen und Kostenträger. Für die Schweizerischen Ärz- tinnen und Ärzte sind sie verbindlich, da sie in die Standesordnung der FMH aufgenommen wurden (Müller Imboden 2007: 928). 6.1 Voraussetzungen und Inhalt der Richtlinien und Empfehlungen „Palliative Care“ Bereits in verschiedenen früheren Richtlinien der SAMW wurde auf die Palliative Care und einzelne ihrer Aspekte hingewiesen. Dies sind insbesondere die Richtlinien und Empfehlungen beziehungsweise Grundsätze zum Recht der Patientinnen und Patienten auf Selbstbe- stimmung (2005), zur Behandlung und Betreuung von älteren, pflege- bedürftigen Menschen (2004), zur Betreuung von Patientinnen und Patienten am Lebensende (2004) und zur Behandlung und Betreuung von zerebral schwerst geschädigten Langzeitpatienten (2003).24 Auf 24 Alle Richtlinien und Empfehlungen beziehungsweise Grundsätze sind elektro- nisch veröffentlicht in: www.samw.ch. 100 sie wird auch in den Richtlinien und Empfehlungen zur Palliative Care Bezug genommen. Mit den medizinisch-ethischen Richtlinien und Emp- fehlungen zur Palliative Care unterstreicht...

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