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Ethik in der Palliative Care

Theologische und medizinische Erkundungen

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Lea Siegmann-Würth

Palliative Care ist eine Antwort auf grundlegende Fragen der modernen Medizin: Wie weit wollen, sollen oder mMedizin: Wie weit wollen, sollen oder müssen wir Leben erhalten, verlängern und verbessern, wenn es von unheilbarer Krankheit, Alter oder Sterben begrenzt wird? Was wird für ein der menschlichen Würde und Freiheit gerecht werdendes Leben und Sterben gefordert? Ist alles medizinisch Machbare zu tun, oder widerspricht dies persönlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen von einem guten Leben und Sterben? Und dort, wo die heutige Medizin an ihre Grenzen stösst, wie gehen wir mit dem Leiden und Sterben um? Welche Bedürfnisse stehen in diesen Situationen im Vordergrund? Wie kann ihnen für möglichst alle entsprochen werden? Was ist wesentlich in der Beziehung, in Haltung und Verhalten zueinander zwischen jenen, die unheilbar krank sind, die gehen müssen, vielleicht wollen, und jenen, die sie in dieser Situation betreuen und begleiten? Das Buch «Ethik in der Palliative Care» gibt Antworten auf diese Fragen, indem es umfassend die historischen, medizinischen, ethischen und theologischen Hintergründe von Palliative Care beschreibt und ihren Stellenwert im Schweizer Gesundheitssystem dokumentiert.

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Zusammenfassung und Schlussbemerkungen 171

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171 Zusammenfassung und Schlussbemerkungen Angesichts der Bedeutung, die der Palliative Care seit wenigen Jahr- zehnten sowohl in der Medizin und im Gesundheitswesen als auch in der Gesellschaft zukommt, wurde im Rahmen einer medizinethischen Auseinandersetzung die Palliative Care als ein umfassendes Konzept zur Betreuung kranker Menschen und ihrer Angehörigen dargestellt. Aus theologischer Sicht lag das Interesse darin, die in christlicher Hin- sicht mit der Palliative Care einhergehenden Einstellungen und Prinzi- pien sowie die Bedeutung der seelsorgerlichen Begleitung und Unter- stützung aufzuzeigen. Im Hintergrund standen Fragen zum Umgang mit den Entwicklungen, den Möglichkeiten und Grenzen einer natur- wissenschaftlich-technisch dominierten Medizin, mit Gesundheit und Krankheit, mit Sterben und Tod in einer ausdifferenzierten, von Indivi- dualismus und Pluralismus geprägten Gesellschaft sowie die Frage nach dem hilfsbedürftigen Menschen angesichts seiner Lebensgeschichte und nach dem Verhalten der Hilfe Leistenden ihm gegenüber. Zur Klärung des Verständnisses von Palliative Care wurden zuerst historische Entwicklungen, Begrifflichkeiten und Definitionen zusam- mengetragen (Kapitel 1 und 2). Als international anerkannter Fachbe- griff hat sich, nicht zuletzt unter dem Einfluss der WHO und ihren De- finitionen, weitgehend die Bezeichnung ‚Palliative Care‘ etabliert, auch wenn das Verständnis, selbst in Fachkreisen, unterschiedlich sein kann und Inhalt und Umsetzung von kulturellen, sozialen und gesundheits- systemischen Bedingungen eines Landes geprägt sind. Palliative Care richtet sich an Patientinnen und Patienten mit einer unheilbaren, vor- aussichtlich unheilbaren, lebensbedrohlichen oder chronisch fortschrei- tenden Krankheit. Das Ziel ist es, dem Patienten eine möglichst gute Lebensqualität bis zum Tod zu...

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